Geld für Begräbnis weg

Wiener Balkan-Grill zockt Blindem fast 5.000 Euro ab

Ein blinder 71-Jähriger soll von einem Wiener Balkan-Grillhaus schamlos abgezockt worden sein. Als die Sache aufflog, waren schon Tausende Euro weg.
Newsdesk Heute
04.08.2026, 09:22
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Herr P. (71) bezahlte in einem Balkan-Grillhaus per Bankomat. Genau darauf war er wegen seiner Sehbehinderung angewiesen – und genau diese soll schamlos ausgenutzt worden sein.  Am Ende fehlten ihm laut seiner Darstellung in der "Kronen Zeitung" insgesamt 4.933,33 Euro.

Demnach hatte Herr P. im Verlauf von zwei Wochen im Mai insgesamt sieben Mal in dem Grillhaus in der Brigittenau gespeist. Für einzelne Mahlzeiten sollen ihm dabei immer höhere Beträge von bis zu 2.000 Euro abgebucht worden sein.

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Die mutmaßliche Abzocke flog erst Wochen später auf, als er mit einem Helfer seine Kontoauszüge durchging. Als der 71-Jährige bemerkte, dass sein Geld weg war, kollabierte er und musste in ein Wiener Spital eingeliefert werden. Er hatte die Summe über lange Zeit für sein eigenes Begräbnis angespart.

Die Familie konfrontierte die Betreiber mit den Abbuchungen. Diese verwiesen zunächst auf technische Fehler. Als eingewendet wurde, dass die Beträge auf Bankomat-Terminals händisch eingegeben werden müssen, war demnach von einem Vertippen auf den "kleinen Tasten" die Rede.

Die Kontoauszüge sollen jedoch ein anderes Bild zeigen. Bei den Zahlungen seien demnach willkürliche Summen eingegeben worden – innerhalb von zwei Wochen sollen die Beträge immer höher geworden sein. Für die Betreiber gilt die Unschuldsvermutung.

Nach der empörten Reaktion des Opfers soll nur ein Teil der Schadenssumme zurücküberwiesen worden sein. Eine Anzeige wegen Betrugs soll bereits eingebracht sein. Herr P. könnte außerdem nicht der einzige Betroffene sein. Die Betreiber sollen sich damit gebrüstet haben, dass sie durch solche "Überweisungsfehler" um 75.000 Euro reicher geworden seien.

Auch zu den Zuständigkeiten im Lokal sollen die Betreiber keine schlüssige Erklärung geliefert haben. Einerseits sei von Buchungen einer Vorgängerfirma die Rede gewesen, andererseits habe man auch für diese alte Firma Verantwortung getragen. Zudem sollen die Betreiber behauptet haben, verantwortliches Personal bereits gekündigt zu haben. Wer nun im Lokal arbeite, soll aber unbeantwortet geblieben sein.

Früheres Lokal abgebrannt

Die Verantwortlichen sollen den Behörden nicht unbekannt sein. Nachfragen bei Landespolizeidirektion, Wiener Gruppe Sofortmaßnahmen und Finanzpolizei hätten ergeben, dass die Betreiber bereits im Fokus stehen.

Laut Bericht betrieben sie zuvor ein Lokal in Floridsdorf, das im Jänner abbrannte. Ermittlungen wegen Brandstiftung und Betrug laufen demnach. Zusätzlich stehen weitere schwere Vorwürfe im Raum, darunter Betrug, Gewalt, Erpressung und das Annehmen falscher Identitäten.

Mehrfach sollen neue Firmen gegründet worden sein. Opfer hoffen nun, dass Polizei und Justiz den Vorwürfen rasch nachgehen. Einige berichten demnach auch von Drohungen und dem Eindruck, man solle dem mutmaßlichen Kopf der Gruppe besser nicht zu nahe kommen...

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.08.2026, 09:22