Wien-Wahl

Anschober als Zugpferd für Wiener Grüne

Corona, Klima, Wirtschaft: Die Wiener Grünen stellen gleich drei Krisen in das Zentrum ihrer Wahlkampagne. Mit Hilfe des Gesundheitsministers.

Louis Kraft
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    Die Wiener Grünen präsentierten heute ihre ersten Wahlplakate. Die drei Sujets sind am den Wochende auf Dreieckständern in ganz Wien zu sehen. Dabei holte sich Spitzenkandidat Vizebürgermeisterin Birgit Hebein Unterstützung bei Gesundheitsminister Rudi Anschober.
    Die Wiener Grünen präsentierten heute ihre ersten Wahlplakate. Die drei Sujets sind am den Wochende auf Dreieckständern in ganz Wien zu sehen. Dabei holte sich Spitzenkandidat Vizebürgermeisterin Birgit Hebein Unterstützung bei Gesundheitsminister Rudi Anschober.
    Grüne Wien

    Nach der FPÖ präsentierten die Wiener Grünen als zweite Partei ihre Plakate für die Wien-Wahl am 11. Oktober. Großplakate wird es aus Budgetgründen keine geben, dafür werben ab Samstag 1.100 Dreieck-Ständer in ganz Wien für die Standpunkte der Wiener Grünen. Die drei Sujets ("Wer schafft gesundes Klima, wenn nicht Wien?", "Wer schaut aufeinander, wenn nicht Wien?" und "Wer schafft Klimajobs, wenn nicht Wien?") wurden heute vorgestellt. Schwerpunkt der Plakatstandorte wird dort sein, wo Menschen zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis unterwegs seien, vor allem dort, wo in den vergangenen Wochen neue (Pop Up) Radwege oder Begegnungszonen eröffnet wurden. Der zweite Teil der Plakatkampagne der Grünen soll in rund drei Wochen starten.

    Zwei kleine Überraschungen: Minister am Plakat und starke Wien-Relation

    Bei der Enthüllung der Sujets, die heute, Mittwoch, bei strahlendem Sonnenschein im Rathauspark (City) erfolgte, gab es zwei kleine Überraschungen: Die erste ist, dass die Grünen mit Sozial- und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (G) neben Spitzenkandidatin Vizebürgermeisterin Birgit Hebein einen Bundespolitiker aufs Plakat heben. Die zweite Überraschung ist, dass die Wiener Grünen die Vorreiterrolle Wiens betonen – und so heißt es auf den Wahlplakaten nicht "Die Grünen schaffen das", sondern "Wien schafft das". Erst im Nachsatz wird klar, dass die Wiener Grünen sich (ähnlich der SPÖ) mit der Stadt auf eine Ebene stellen.

    Dass Vertreter der Bundespolitik von Wahlplakaten der Wiener Parteien lächeln, ist eher unüblich. In diesem Fall macht es aber gleich mehrfach Sinn. Nicht nur, dass Anschober und Hebein derselben Partei angehören, sie eint auch der Einsatz in der Coronakrise. Zudem hat Anschober vor einigen Wochen Bundeskanzler Sebastian Kurz als beliebtester Politiker Österreichs abgelöst. Mit dem Bundesminister auf dem Plakat wollen die Wiener Grünen also nicht nur von den guten Werten Anschobers, sondern auch von dessen Kompetenzen profitieren.

    "Nicht eine Krise zugunsten einer anderen ignorieren"

    Thematisch wird sich der grüne Wahlkampf an drei Krisen ausrichten: Die Coronakrise, die Klimakrise und die Wirtschaftskrise. Diese könnten nicht voneinander getrennt betrachtet werden, betonte Hebein: "Seit meiner Angelobung kämpfe ich für die Verbindung von Klimaschutz mit Sozialpolitik. In den Krisenzeiten wird uns klar, was wirklich zählt – und das ist das Leben", betonte die Vizebürgermeisterin. Bewältigbar seien die Krisen nur durch gemeinsame Anstrengungen, "es wird nicht gehen, wenn man die eine für die andere ignoriert", so Hebein.

    Den Zusammenhalt in der Krise betonte auch Gesundheitsminister Anschober: "Es geht uns nicht besser, wenn es anderen schlechter geht, sondern nur dann, wenn es allen gut geht." Mit etwas Glück gebe es schon in wenigen Monaten eine Impfung gegen Corona, gegen die Klimakrise werde es aber sicher keine geben, "da hilft nur handeln".

    Gesundes und soziales Thema als Herzensanliegen der Grünen

    Wie die Grünen handeln wollen, skizzieren sie nun auf ihren Dreieckständern: Drei zentrale Botschaften gibt es darauf zu lesen: ein gesundes Klima (in Hinblick auf Corona und das Klima in der Stadt), grüne und nachhaltige Jobs im Kampf gegen die Wirtschafts- und Klimakrise und sozialer Zusammenhalt, ohne den es keine Lösung geben könne. "Der 11. Oktober wird zur Klimawahl. Die Wiener Grünen sind die einzigen, die für ein gesundes grünes Herz und eine grüne Lunge in der Stadt sorgen. Die einzigen, die auch jene mitnehmen, die es schwer im Leben haben und durch Corona am schwersten getroffen werden. Und wir sind die einzigen, die für ein gesundes und soziales Klima in Wien eintreten", so Hebein.

    Wahlplakate mit Bezirksmutationen

    Da am 11. Oktober aber die politische Zukunft Wiens nicht nur auf Landesebene, sondern auch auf Bezirksebene entschieden wird, heben die Wiener Grünen natürlich auch ihre Bezirksvorsteher auf die Plakate. In den derzeit grün-regierten Bezirken Leopoldstadt, Neubau und Währing lächeln die Bezirkschefs Uschi Lichtenegger, Markus Reiter und Silvia Nossek. Dazu wird je ein Themenplakat vom Dreieckständer durch ein Plakat mit den Bezirksvorstehern ersetzt. 

    In jenen Bezirken, in denen sich die Grünen einen Wechsel auf Grün erhoffen (Wieden, Margareten, Mariahilf, Josefstadt und Alsergrund) werden die Bezirksspitzenkandidaten affichiert.