Wiener Klubs gegen Krise: "Die Existenz ist bedroht"

Die Vikings treffen die Corona-Maßnahmen hart
Die Vikings treffen die Corona-Maßnahmen hartBild: GEPA-pictures.com

Corona-Schock für die Wiener Sportvereine! Sämtliche Ligen stehen still. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. "Heute" sprach mit den Klubs über drohende Konsequenzen.

American Football



Die heimische Football-Liga AFL ist bis zum 3. April unterbrochen. Der Saisonstart der Vikings gegen die Rangers Mödling am Samstag ist abgesagt. Klub-Boss Karl Wurm erklärt die bittere Situation: "Es ist eine mittlere Katastrophe. Der Erlös eines Heimspiels beträgt 10.000 bis 13.000 Euro." Die Football-Saison ist kurz, umso härter würde es die "Wikinger" treffen, wenn die Saison abgesagt oder nur mit Geisterspielen ausgetragen wird. "Dürfen wir nur Geisterspiele austragen, ist unsere Existenz bedroht."

Fest steht: Das Training für die Nachwuchs-Teams und die 270 Cheerleader ist bis auf weiteres gestoppt. In einer Liga-Sitzung kommende Woche soll über das weitere Vorgehen beraten werden. Ein weiteres Problem für die Vikings: "Was passiert, wenn wir die Mitgliedsbeiträge rückerstatten müssen? Die Regierung ist gefordert, etwas für die Vereine zu tun."

Eishockey

Die Saison wurde abgebrochen, es gibt keinen Meister. Auch den spusu Vienna Capitals entgeht viel Geld. "Heute" weiß: Ein ausverkauftes Play-off-Heimspiel bringt den Caps 100.000 Euro Umsatz – ausgerechnet im Play-off-Viertelfinale kam das Liga-Aus. „Die Auswirkungen werden derzeit analysiert", heißt es von den Caps. Ein Zusatz-Problem für alle Klubs ist der fehlende Liga-Sponsor für die kommende Saison. Auch da laufen die Gespräche hinter den Kulissen. "Das frühere Saisonende gibt uns dafür jedenfalls ein bisschen mehr Zeit und Raum", versuchen die Caps, etwas Positives an der Situation zu finden.

Handball

Die Handball-Liga ist bis zum 3. April unterbrochen. "Für uns fallen die lukrativsten Heimspiele aus", ärgert sich Fivers-Manager Thomas Menzl. Der Wegfall der erwartbaren Zuschauer-Einnahmen würde zwar "nur" bis zu fünf Prozent der Saison-Einnahmen ausmachen, doch auch ein anderer Aspekt ist für die Fivers problematisch: "Auch der Ausfall der Jugend-Ligen schmerzt. Unsere Teams spielen bis mit den Titeln auf Jugend-Ebene bis zu 25.000 Euro ein", erklärt Menzl. Fraglich ist auch, wie es mit der Reaktion der Sponsoren aussieht. Die Handballer überlegen jedenfalls ein "Sparprogramm". "Wir wollten bei der Europacup-Quali antreten. Das ist jetzt aber fraglich, weil es ein Kosten-Problem wird."

Basketball

Der Betrieb in der heimischen Basketball-Liga ist bis zum 5. April gestoppt. BC-Vienna-Manager Petar Stazic gibt bekannt: "Uns ist bewusst, dass wir dadurch Verluste in Kauf nehmen müssen. Aber wir wollen in dieser Situation nicht über Geld reden, das ist respektlos gegenüber der kranken Menschen. Die Gesundheit ist das Wichtigste. Wir sind jetzt quer durch alle Sportarten eine Mannschaft."

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