Letzte Runde im Prozess um einen erfolgreichen Ringer, der einen Drogenring aufgezogen haben soll – jetzt gibt es ein Urteil. Die MMA-Zukunftshoffnung Magomed S. (26) verkaufte laut Anklage der Staatsanwaltschaft Wien Cannabis und Co., nahm seine "Läufern" – notfalls mit Gewalt – ordentlich in den Schwitzkasten. Weil er einem "Mitarbeiter" ein Handy geraubt haben soll, drohten dem Tschetschenen am Wiener Landesgericht sogar bis zu 10 Jahre Haft.
"Alles Blödsinn", widersprach sein Anwalt Florian Kreiner dem Raubvorwurf. "Er musste seinem Geld nachlaufen – da die Dealer die Drogen selbst konsumierten." Das Handy sei bloß Pfand gewesen, bis der entgangene Verdienst zurückgegeben würde. Auch von einer brutalen Attacke vor einer Mäci-Filiale in Floridsdorf könne keine Rede sein, betonte der Verteidiger. Ein angeblicher Kopfstoß seines Mandanten sei nur ein türkischer Gruß gewesen.
Dass das kompakte Muskelpaket völlig harmlos sei, nahm ihm der Richter nicht ab. Selbst aus der Haft soll der Tschetschene per Handy nach draußen Drohungen an Verfahrensbeteiligte abgegeben haben. Mehrere Zeugen zogen übrigens ihre Aussagen zurück.
Dennoch fiel jetzt das Urteil gegen den MMA-Kämpfer. Das Gericht sah keinen Raub, aber Nötigung und Drogenhandel: 3 Jahre Haft! Genug Zeit, um für ein Comeback im Ring fit zu werden. Ein mitangeklagter Komplize fasste ganze 6 Jahre aus, ein dritter kam mit zwei Jahren teilbedingter Haft davon – nicht rechtskräftig.