Darum sperrt Wiener Lokal bei Gastro-Öffnung nicht auf

Das Schwaigerwirt-Team wird bei einer Gastro-Öffnung trotzdem zu bleiben.
Das Schwaigerwirt-Team wird bei einer Gastro-Öffnung trotzdem zu bleiben.privat
Viele Lokal-Betreiber fiebern einer Gastro-Öffnung entgegen. Dieses Wiener Geschwister-Team hingegen will nicht aufsperren. 

Die Gastronomie ist am Donnerstag wegen den Nachrichten von einer bevorstehenden Gastro-Öffnung in Aufruhr. Nach den Eintrittstests bei Friseur und anderen körpernahen Dienstleistern soll ein ähnliches Konzept jetzt auf Lokale umgelegt werden. Doch nicht alle brennen darauf, aufzusperren. Ein Wiener Gastronom erzählt im Gespräch mit "Heute", warum er andere Pläne hat. 

Die Pforten des Familienbetriebs "Schwaigerwirt" in Wien-Floridsdorf bleiben voraussichtlich geschlossen. Lokal-Chef Markus Oberbucher erzählt gegenüber "Heute": "Ich stehe im Zwiespalt. Unser Lieferservice und das Take-Away am Fenster funktionieren gut. Wenn wir für Gäste aufsperren, müssten wir uns überlegen, wie wir beides unter einen Hut bringen können." Auf Social Media schreibt der Wirt: "Man kann mit einem Arsch nicht auf zwei Kirtagen tanzen."

Wirt befürchtet Chaos wegen Rauchern

Obwohl der "Schwaigerwirt" 13 Leute im Team hat, wäre es schwierig, zur Zufriedenheit aller Kunden zu arbeiten. Eine Öffnung würde außerdem noch andere Probleme mit sich bringen als die drohende Mehrarbeit: "Viele meiner Gäste sind Raucher. Drinnen dürfen sie nicht rauchen, das heißt sie müssen nach draußen und wieder ins Lokal hinein. Soll ich dann jedes Mal den Corona-Test kontrollieren? Wie kann ich garantieren, dass sich nicht jemand dazu schummelt?", fragt sich der Wirt. Für Personal sei dies schwer umsetzbar und für Gäste vermutlich schlichtweg nervig. 

Gästen gefällt diese Regelung nicht

Eine Überlegung wäre gewesen, mittags weiterhin zu liefern und nur abends für Gäste aufzusperren. Oberbucher erzählt, er habe auf seiner Facebook-Seite eine Umfrage zum Thema gemacht. Das Ergebnis überraschte - die meisten seiner Gäste hätten keine Lust auf Testungen und plädieren für die Fortführung des Take-Away-Services.  

Umsatz wird vermutlich sinken

Bevor er eine endgültige Entscheidung trifft, will der "Schwaigerhof"-Chef auf die genauen Bestimmungen der Regierung warten. Unter denselben Auflagen wie im Sommer würde der Wirt gerne aufsperren. Sollte ein Mindestabstand von zwei Metern im Lokal kommen, sieht er allerdings keinen Sinn darin, Gäste zu empfangen. Mit seinem Take-Away mache der "Schwaigerwirt" weitaus mehr Umsatz, als wenn er nur eine stark reduzierte Besucherzahl empfangen dürfte. 

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