Venedig steht Kopf und mittendrin: Star-Performerin Florentina Holzinger. Noch vor der großen Eröffnung der Kunst-Biennale legt die Wienerin mit ihrer Show "Seaworld Venice" einen echten Paukenschlag hin.
Am Dienstag um Punkt 11 Uhr startete sie die finalen Proben im Österreich-Pavillon bevor die Kunstmesse am 9. Mai offiziell losgeht – und das wortwörtlich mit einem Glockenschlag. Klar ist jetzt schon: man hat es hier mit nackten Tatsachen und Tabu-Themen zu tun haben. Holzinger lässt kopfüber und nackt die Glocken erklingen und läutet damit eine neue Ära ein, die vor allem eines ist: hüllenlos. In weiterer Performance ist die Künstlerin unbekleidet auf einem Jetski und in einem Tank zu sehen. "Heute" durfte diese Eindrücke vorab schon einfangen.
Während der gesamten Biennale soll zu jeder vollen Stunde die Glocke erklingen. "Wir läuten eine neue Zeit ein", sagt Kuratorin Nora-Swantje Almes selbstbewusst gegenüber der APA. "Und machen damit dem Campanile Konkurrenz. Und den anderen Glockentürmen – rund 200 gibt es davon in Venedig, wie wir bei unseren Recherchen herausgefunden haben."
Bis zur offiziellen Eröffnung am Mittwoch hüllt man sich über Details zur Show noch in Schweigen. Die ersten Eindrücke lassen aber bereits einiges erahnen: Die Besucher sind mittendrin statt nur dabei. Besonders spannend heuer: Die begehrten Biennale-Löwen werden nicht von einer Jury, sondern vom Publikum vergeben. Gute Karten also für Holzingers interaktive Performance.
Ein weiterer Programmpunkt sorgt für Gesprächsstoff: Im Pavillon wird im Kreis Jetski gefahren. Dazu kommt ein großes Team – insgesamt 25 Performerinnen, viele davon nackt, sorgen für dauerhafte "körperliche Präsenz".
Auch die Biennale-Leitung hat bereits vorbeigeschaut – und zeigte sich beeindruckt. Fast alles aus dem ursprünglichen Konzept konnte umgesetzt werden. Frühere Genehmigungsprobleme scheinen damit Geschichte zu sein.
Aktuell dürfen rund 100 Personen gleichzeitig hinein, Änderungen sind allerdings noch möglich. Die Preview-Tage dienen vor allem dazu, den Andrang zu testen. Hinter der spektakulären Show steckt auch eine ernste Botschaft: Es geht um Umweltverschmutzung, Ressourcen und steigende Wasserpegel – ein brisantes Thema für die Lagunenstadt.
Am Mittwoch um 12:30 Uhr wird der Österreich-Pavillon offiziell eröffnet. Ab Samstag ist die Biennale dann für alle geöffnet. Eines ist sicher: Holzinger sorgt schon jetzt für Wirbel – und Venedig hat sein erstes großes Aufregerthema.