Seit mittlerweile 12 Wochen wartet Nikolina K. (Name von der Redaktion geändert*) aus Favoriten auf das Kinderbetreuungsgeld. Die 25-Jährige ist verzweifelt, denn ihr gespartes Geld ist bereits ausgegeben. "Für den nächsten Monat wird es nicht mehr reichen. Wenn das so weiter geht, muss ich arbeiten gehen", erzählt die Wienerin im "Heute"-Talk. Bereits am 1. Juni hatte sie ihren Antrag bei der Österreichischen Gesundheitskasse eingereicht. Bis heute kam allerdings keine Zahlung bei ihr an. "Wenn ich bei der Krankenkasse anrufe, wird mir gesagt, dass der Antrag 'in Bearbeitung' ist", ärgert sie sich.
"Heute" berichtete bereits von ähnlichen Fällen. Aline (33) ist ebenfalls verzweifelt gewesen – sie wartete auf die Zahlung zehn Wochen lang. Eine weitere Wienerin hatte ebenfalls Probleme bei den Kindergeld-Anträgen: Ihre Wartezeit betrug 11 Wochen. Arbeiterkammer-Jurist Alexander Tomanek erklärt im "Heute"-Talk, dass dies keine Einzelfälle sind: "Immer wieder hören wir, dass etwas nicht angekommen ist, noch einmal geschickt werden muss oder sich verzögert. Es muss sich endlich etwas ändern."
Im Fall von Nikolina K. erklärte eine Sprecherin der ÖGK, dass der Antrag unvollständig eingereicht wurde. "Da die Kundin von einem anderen Sozialversicherungsträger Wochengeld bezogen hatte und dem Antrag keinen Nachweis über diesen Bezug beigelegt hat, mussten wir erst diesen Nachweis von der Kundin einfordern", so die ÖGK. Nachdem dieser einlangte, musste er anschließend ausgiebig geprüft werden. "Wir haben mittlerweile die Auszahlung veranlasst", heiß es abschließend.
Das Geld müsste also in den kommenden Tagen auf dem Konto der 25-jähirgen Wienerin sein. Von der Gesundheitskasse gibt es daher eine klare Empfehlung an alle Mütter: Anträge sollten vollständig und möglichst rasch nach der Geburt gestellt werden, um Verzögerungen zu vermeiden.