Wieso Covid-19 Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigt

Bei Verdacht auf Herzinfarkt sofort den Arzt verständigen!
Bei Verdacht auf Herzinfarkt sofort den Arzt verständigen!Getty Images/iStockphoto
Corona könnte das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern. Das zeigen die Studienergebnisse.

Mittlerweile weiß man, dass Corona eine komplexe Krankheit ist, die sich nicht nur auf die Atemwege schlägt, sondern auch andere Organe in Mitleidenschaft zieht. Frühere Studien heben COVID-19 als wahrscheinlichen Risikofaktor für Herz und Gefäße betreffende Komplikationen hervor. Eine Studie schwedischer Wissenschaftler fand jetzt weitere Hinweise für diesen Zusammenhang.

Zweiteilige Studie

Das Forscherteam um Dr. Ioannis Katsoularis von der Umea Universität in Västerbotten wählte dafür zwei methodische Ansätze: Die erste Methode war die „Self-Controlled-Case-Series“ (SCCS), bei der die COVID-19-Kranken ihre eigenen Kontrollen waren. Sie prüfte, ob die Patienten im zeitlichen Zusammenhang mit ihrer Corona-Erkrankung häufiger Herzinfarkte oder Schlaganfälle hatten als im Rest des Jahres 2020.

Die zweite Methode war eine klassische Fall-Kontrollstudie, die Corona-Patienten einer Kontrollgruppe gegenüberstellte, deren Personen ihnen in möglichst vielen Eigenschaften glichen - außer dass sie nicht mit Corona infiziert waren.

Bei einer Kohortenstudie wird eine definierte Patientengruppe (eine Kohorte) über einen bestimmten Zeitraum beobachtet, um zu untersuchen, wie viele Personen eine gewisse Erkrankung entwickeln.
Bei selbstkontrollierten Fallserien werden verschiedene Zeitphasen derselben Patienten verglichen.

Die Forscher ermittelten, welche Personen aufgrund von Herzinfarkten oder Schlaganfällen im Krankenhaus behandelt werden mussten. Damit errechneten sie die Inzidenz dieser Ereignisse bei Covid-19-Patienten.

Inzidenz:Anzahl der neu auftretenden Erkrankungen innerhalb einer Personengruppe von bestimmter Größe während eines bestimmten Zeitraums

Alle schwedischen Covid-19-Fälle während der ersten sieben Monate der Pandemie wurden miteinbezogen, rund 87.000 Patienten, zudem mehr als 348.000 Kontrollpersonen.

Zeitraum ab der Infektion bis zu vier Wochen danach am gefährlichsten

Vor der Ansteckung mit dem Coronavirus und ab vier Wochen nach der Genesung gab es deutlich seltener Herzinfarkte und Schlaganfälle. Dementsprechend passierten im Zeitraum ab der Infektion bis zu vier Wochen danach mehr davon.

In der ersten Woche nach der Infektion mit Corona war das Risiko für einen Herzinfarkt 8,4-mal höher, in der zweiten Woche 2,5-mal und in der dritten und vierten Woche 1,6 mal.

Schlaganfälle aufgrund von Durchblutungsstörungen traten in der ersten Woche nach Ansteckung 6,2-fach, in der zweiten Woche 2,9-fach und in der dritten und vierten Woche 2,1-fach häufiger auf.

Auch im Vergleich zu einer Kontrollgruppe war das Risiko für einen Herzinfarkt beziehungsweise Schlaganfall um das 6,6- beziehungsweise 6,7-Fache erhöht.

"Unsere Ergebnisse legen nahe, dass COVID-19 ein Risikofaktor für akuten Myokardinfarkt und ischämischen Schlaganfall ist. Dies weist darauf hin, dass akuter Myokardinfarkt und ischämischer Schlaganfall einen Teil des Krankheitsbildes von COVID-19 darstellen, und unterstreicht die Notwendigkeit einer Impfung gegen COVID-19", heißt es in der Studie.

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