Video sorgt für Aufregung

Wirbel um Benko-Stute! Olympiasieger sorgt für Skandal

Ein neues Video zeigt Olympiasieger Christian Kukuk, wie er die Stute "Just be Gentle" mit blankem Schlaufzügel reitet.
Carolin Rothmüller
12.11.2025, 16:19
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Nur wenige Tage nach der Lockerung der "No-Blood-Rule" erschüttert ein neues Video die Springreitszene und rückt ausgerechnet ein Pferd in den Mittelpunkt, das einst der umstrittene Immobilienunternehmer René Benko erwerben wollte. Auf TikTok kursieren derzeit Aufnahmen, die den Olympiasieger Christian Kukuk (35) beim Abreiten der Stute "Just be Gentle" beim Weltcup-Turnier im italienischen Verona zeigen. Der Clip sorgt für heftige Kritik, sowohl wegen der umstrittenen Reitmethode als auch wegen des Zustands des Pferdes.

Der 35-jährige Deutsche reitet die Stute nur mit Schlaufzügel, obwohl diese eigentlich nur als Hilfsmittel zusätzlich zu regulären Zügeln verwendet werden. Auf dem Video sind deutlich Abwehrzeichen der Stute zu erkennen: Sie schlägt mehrfach mit dem Schweif, öffnet das Maul, und gegen Ende trabt sie deutlich taktunrein.

Durch die extreme Hebelwirkung, die normalerweise durch den korrekten Einsatz der regulären Zügel abgefedert wird, wird das Pferd stark zusammengeschnürt. Es ist gezwungen, den Hals extrem zu wölben und das Maul Richtung Brust zu strecken. Fachleute bezeichnen dies als Rollkur oder Hyperflexion – eine im Pferdesport als tierschutzwidrig geltende Praxis.

Benko wollte sie haben

Brisant ist auch der Hintergrund des Pferdes: "Just be Gentle" war einst Teil eines geplanten Deals rund um René Benko. Der Tiroler Immobilieninvestor, dessen Signa-Gruppe mittlerweile zusammengebrochen ist, wollte die Stute laut Berichten im Frühjahr 2023 erwerben – und zwar, als sein Konzern bereits schwer angeschlagen war. Die Übernahme von der Gesellschaft von Springreiter Ludger Beerbaum zur Laura-Stiftung der Benkos kam letztlich nicht zustande.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) reagierte gegenüber "Fair zum Pferd" prompt: "Wir finden das nicht akzeptabel. Mit dem Reiter, Otto Becker und Ludger Beerbaum sind wir dazu im Gespräch. Zudem ist das Reiten auf blankem Schlaufzügel nicht durch die Richtlinien gedeckt." Kukuk selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

Aus Sicht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sei der Einsatz von Schlaufzügeln ohne normalen Zügel nicht zulässig, so Vorstandsvorsitzender Dennis Peiler auf Nachfrage von Dressur-Studien: "Nach Bekanntwerden des Videos haben wir unverzüglich Kontakt zum Reiter aufgenommen und sind mit ihm im Gespräch. Das Reiten mit Schlaufzügeln ohne einen normalen Zügel entspricht nicht den FN-Richtlinien."

FN-Präsident verteidigt Kukuk

Zuvor hatte Präsident Martin Richenhagen gegenüber SID erklärt, dass das Vorgehen von Kukuk aus FN-Sicht "nicht akzeptabel" sei. Der Verband stehe in engem Austausch mit Kukuk, seinem langjährigen Förderer Ludger Beerbaum und Bundestrainer Otto Becker. Richenhagen lobt Kukuk dennoch: "Kukuk, der in Paris 2024 Olympia-Gold gewonnen hatte, ist ein sehr vernünftiger Reiter. Wir dürfen davon ausgehen, dass das in Zukunft nicht mehr vorkommt."

Der aktuelle Fall trifft den Reitsport in einer ohnehin angespannten Phase. Erst vor wenigen Tagen hatte der Weltreiterverband FEI die sogenannte "Blut-Regel" gelockert, demnach dürfen Pferde trotz blutender Verletzungen weiter starten, wenn ein Tierarzt zustimmt. Diese Änderung sorgte international für Empörung.

{title && {title} } cro, {title && {title} } 12.11.2025, 16:19
Jetzt E-Paper lesen