Wirecard-Vize auf der Flucht: Spur führt nach Russland

Wirecard-Manager Jan Marsalek ist nach wie vor auf der Flucht.
Wirecard-Manager Jan Marsalek ist nach wie vor auf der Flucht.Wirecard
Von Ex-Wirecard-Vorstand Jan Marsalek sowie 1,9 Millarden Euro Bilanzgeld fehlen immer noch jede Spur. Er soll sich in Weißrussland aufhalten.

Der gebürtige Wiener befindet sich wegen des Verdachts der Marktmanipulation, Bilanzfälschung, Untreue und Geldwäsche auf der Flucht. In den Büchern des Zahlungsdienstleistungsunternehmen Wirecard fehlen insgesamt 1,9 Milliarden Euro. Wie der "Spiegel" berichtet, führt eine Spur jetzt nach Weißrussland.

Kontakt zu Geheimdiensten

Laut russischem Ein- und Ausreiseregister reiste der 40-Jährige in der Nacht auf den 19. Juni über den Flughafen der Hauptstadt Minsk nach Weißrussland ein. Wie genau er dorthin gekommen ist, ist unklar. Zunächst war spekuliert worden, Marsalek halte sich auf den Philippinen, auf Mauritius oder irgendwo in Asien auf.

Der Ex-Wirecard-Vorstand dürfte tatsächlich einen guten Draht zu Geheimdiensten und Politik gehabt haben, gilt als weltweit vernetzt. Auch die FPÖ soll er mit Infos aus dem Verfassungsschutz und Innenministerium beliefert haben (siehe Video).

Spur nach Niederösterreich

Der in Wien geborene Marsalek hatte in den 1990er-Jahren in ein Gymnasium im Wiener Speckgürtel gewechselt, machte nie Matura. In Niederösterreich, vor den Toren Wiens, verbrachte er dann einen Teil seiner Jugend, stieg mit 20 Jahren bei Wirecard ein, saß mit 30 im Chefsessel. Der Shootingstar war für ausufernde Partys und seine Prahlerei bekannt.

Anders als Ex-Wirecard-Chef Markus Braun, der sich wegen seiner Familie der Polizei gestellt hat und festgenommen wurde ("Heute" berichtete), ist der untergetauchte Marsalek Single, hat nur einen Bruder und Mutter in Niederösterreich.

Seine Mutter hat übrigens vor rund zwei Jahren den Namen gewechselt, heißt nicht mehr Marsalek, nahm den Mädchennamen an. Warum ist unklar ... wie so vieles in der Causa Jan Marsalek. Im Ort wird die Pensionistin als kommunal engagiert, aktiv und resolut beschrieben.

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