Die Fußball-WM steigt ohne Österreichs Schlüsselspieler Christoph Baumgartner. Der 26-jährige Leipzig-Star verletzte sich am Montagabend beim Aufwärmen vor dem finalen Testspiel vor der Weltmeisterschaft in den USA, in Kanada und Mexiko. Baumgartner hatte nach einem Schuss einen Stich gespürt, war im Ernst-Happel-Stadion sofort in den Katakomben verschwunden, kurzfristig durch Michael Gregoritsch ersetzt worden. Eine MRT-Untersuchung am Dienstagvormittag brachte dann eine Verletzung der Muskulatur am rechten Oberschenkel ans Licht. Für Baumgartner ist die WM-Teilnahme damit geplatzt.
"Es ist eine Hiobsbotschaft. Dass er ausfällt, ist ganz schlimm für die Mannschaft, ist auch für ganz Fußball-Österreich eine schlechte Nachricht. Aber am schlimmsten ist es natürlich für ihn selbst. Weil er ganz viel investiert hat, um diesen Traum am Platz mitzuerleben", zeigte sich auch ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel am Dienstagnachmittag nach Bekanntwerden des Baumgartner-Ausfalls im "ORF" geknickt. "Es ist einfach traurig, weil er auch seinen Anteil daran hatte, dass wir uns qualifizieren – und der ist gar nicht so gering", ergänzte der ÖFB-Sport-Boss.
"Sein Gesichtsausdruck war beim Hineingehen schon eher skeptisch. Wir haben gehofft, dass die Diagnose nicht so ausfällt. Aber ganz überraschend ist es nicht gekommen", fügte Schöttel an. "Er ist ein wichtiger Bestandteil dieser Mannschaft, hatte eine Schlüsselrolle inne. Er tut mir aber selbst leid, weil er um die Möglichkeit gebracht wurde, bei dieser WM zu spielen", haderte Schöttel.
Klar ist jedenfalls: Die Mannschaft hebt am Donnerstagvormittag in Richtung der USA ab, Teamchef Ralf Rangnick darf einen Spieler nachnominieren. Dafür infrage kommen wohl Marco Grüll, Nikolaus Wurmbrand, Raul Florucz oder Kevin Stöger.
"Wir sind geschockt, müssen jetzt einmal in Ruhe überlegen, was wir tun. Ob wir nachnominieren und wen wir nachnominieren", meinte Schöttel. Dass Rangnick einen 26. Spieler in seinen WM-Kader beruft, sei aber nicht in Stein gemeißelt. "Das kann ich nicht sagen, das Trainerteam berät." Jedenfalls könne "keiner" Baumgartner "eins zu eins ersetzen. Die Stärke des Nationalteams ist, dass sie als Gruppe extrem stark ist."