Viele Österreicher infizieren sich bei Familie und Freunden mit dem Coronavirus. Das ergeben die von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) veröffentlichten Ergebnisse der Analyse von Übertragungsketten.
Inzwischen konnten bei 4.041 der insgesamt 15.500 Erkrankten die Infektionswege zurückverfolgt und einem Cluster zugeordnet werden. Ansteckungen sind bei Freizeitaktivitäten und in der eigenen Familie demnach am häufigsten, daneben passieren viele Infektionen in Senioren- und Pflegeheimen. Bei der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel und dem Besuch von Geschäften konnte bisher keine Infektionskette nachverfolgt werden.
Die meisten Cluster sind in der Kategorie „Haushalt“ - also einer Ansteckung durch Familie und Freunde - zu finden. 26,9 Prozent der Ansteckungen (1.088 Fälle) passierten bei Freizeitaktivitäten mit der Familie. Anschließend wurde die Krankheit in den Haushalt eingeschleppt.
Bei der letzten Analyse fand der größte Teil der Ansteckungen noch in Senioren- und Pflegeheimen statt. Nun sind es dort 26,7 Prozent. Der Wert liegt somit knapp unter gemessenen Infektionen in Haushalten.
Um eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern bleibt eine der wichtigsten Fragen jene nach der Verbreitung innerhalb der Bevölkerung. Seit Beginn des Ausbruchs rekonstruiert die AGES daher die Infektionsketten. In aus den Informationen von lokalen Behörden entstehenden Clustern werden zeitlich und räumlich zusammenhängende Infektionshäufungen zusammengefasst.