Auch wenn McLaren-Star Lando Norris am Sonntag in Ungarn triumphierte, seinen ersten Rennsieg als Weltmeister einfuhr, geben die "Silberpfeile" in der laufenden Saison das Tempo vor. Andrea Kimi Antonelli führt überlegen die Fahrer-WM an, hat genau 50 Punkte Vorsprung auf Ferrari-Star Lewis Hamilton. Das entspricht zwei Rennsiegen. Teamkollege George Russell folgt dann neun Zähler hinter dem Siebenfach-Weltmeister auf Rang drei.
Das lässt freilich Spekulationen aufkommen. Mercedes könnte sich beinahe nur selbst schlagen, agierte phasenweise besonders dominant. Und das löst wiederum Erinnerungen an den viel zitierten "Krieg der Sterne" aus. Also das Duell zwischen Hamilton und Nico Rosberg in den Jahren 2014 bis 2016. Mercedes war so überlegen, dass einer der beiden Piloten Weltmeister werden "musste". Es wurde hart gekämpft auf der Strecke, mehrmals krachten die Piloten ineinander. 2016 holte sich Rosberg tatsächlich den WM-Titel.
Droht nun eine ähnliche Situation? Die Gemengelage ist mit Shootingstar Antonelli als WM-Leader und dem eigentlich routinierten Russell, der als WM-Favorit in die Saison gegangen war, bisher aber nicht überzeugen konnte, ist durchaus explosiv. Trotzdem stellt sich die Frage, wie Mercedes reagieren würde, wenn sich in der zweiten Saisonhälfte ein bitterhartes Duell entwickeln würde.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat da eine klare Meinung: "Ich würde es nicht zulassen. Das wird mir nicht noch einmal passieren. Das wird dem Team nicht noch einmal passieren", stellte der "Silberpfeil"-Boss gegenüber "RacingNewes365" klar. Seine durchaus radikale Herangehensweise: "Ich würde einfach einen Fahrer rausnehmen, wenn er etwas macht", so der Wiener, drohte damit beiden Piloten indirekt mit einem Rauswurf, sollten Spannungen im Rennstall entstehen.
Zwar ist aktuell nichts über eine angespannte Stimmung im Rennstall bekannt, allerdings könnte es gerade Russell nicht unbedingt gefallen, dass Teenie Antonelli ihm um die Ohren fährt. Die Drohung Wolffs ist jedenfalls aufrecht. Mit Blick auf die Russell-Situation ergänzte Wolff: "Wenn jemand damit umgehen kann, dann ist es George, weil er ein harter Kerl ist", so der Wiener. Womöglich hält Mercedes auch der Umstand zusammen, dass Hamilton eben Platz zwei der Fahrer-WM übernommen hatte.
Zuletzt hatte Wolff gegenüber "Sky" aber für Aufsehen gesorgt, als er erklärte, er schrecke grundsätzlich nicht davor zurück, WM-Leader Antonelli und Vierfach-Champion Max Verstappen nebeneinander in ein Team zu spannen. Hier könnte es aber freilich zu Konflikten kommen. Wolff betonte gleichzeitig aber auch, dass die Fahrerpaarung für 2027 wohl unverändert bleiben werde. Sofern nicht doch noch die Konflikte aufbrechen...