Wut über Lockdown-Verlängerung: "Handel zahlt Zeche"

Den Handel zu schließen sei nicht nachvollziehbar, da jener kein Treiber der Infektion sei, sagt der Handels-Obmann der WKO, Rainer Trefelik.
Den Handel zu schließen sei nicht nachvollziehbar, da jener kein Treiber der Infektion sei, sagt der Handels-Obmann der WKO, Rainer Trefelik.HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Die Verlängerung des Ost-Lockdowns sorgt für viel Ärger. Den Handel zu schließen sei nicht nachvollziehbar, da jener kein Treiber der Infektion sei.

Am Dienstag teilte die Regierung im Anschluss an den Corona-Gipfel mit, dass der Lockdown in der Ostregion verlängert wird. Wien, Niederösterreich und das Burgenland sind also (vorerst) bis zum 18. April im Ruhemodus. Die Verlängerung des Shutdowns im Osten trifft allerdings nicht bei jedem auf Zustimmung. Nachdem bereits gleich am Dienstag die Friseurinnung in einer Aussendung ihrem Unverständnis und Ärger über die Maßnahme, von der auch die körpernahen Dienstleister betroffen sind, Luft machte, tobt nun auch der Handel. (Mehr dazu hier >>)

Schon die zunächst angedachten Eintrittstests für selbigen sorgten für Unverständnis und Wut bei den Handelsvertretern. Eine solche Maßnahme beim Einkaufen ergäbe keinen Sinn, da jegliches wissenschaftliche Fundament für einen solchen Schritt fehle. Eintrittstests in dieser Branche seien "Schwachsinn", sagte vor einigen Tage Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. (Mehr dazu hier >>

"Extrem mühsam, extrem belastend"

Doch mit dem verhängten Lockdown waren auch die Eintrittstests für den Handel vorerst vom Tisch, da auch die Geschäfte schließen mussten. Die erneute Verlängerung des Ost-Lockdowns sorgt daher bei den Branchenvertretern für Wut und Enttäuschung. Dazu äußerte sich in einem Puls24-Interview mit Bianca Ambros der Handels-Obmann der WKO, Rainer Trefelik. Gleich eingangs schilderte er, dass dieses Hin und Her bei der Datumsetzung für den Lockdown "extrem mühsam und extrem belastend für die Unternehemn" sei, sowie "eine extreme finanzielle Herausforderung".

Immerhin falle durch den Lockdown nun wieder fast ein ganzer Monat weg, in dem kein Umsatz gemacht werden könne. "Ich bin froh, dass wir über das Wort 'Lockdown' sprechen. Ich kann das Wort 'Osterruhe' nicht mehr hören. Weil es ist von einer Osterruhe nicht die Rede. Es ist einfach ein Lockdown." Hinsichtlich der Umsatz-Ausfälle (unter anderem wegen des entfallenen Oster-Geschäfts), werde man erst am "Ende der Periode" feststellen können, auf welcher Summe sie sich belaufen. Nach wie vor unklar sei nämlich, wie lang dieser Zustand noch anhalten werde und "unter welchen Rahmenbedingungen wir dann wieder öffnen", so Trefelik.  

"Handel kein Treiber der Infektionen"

Großen Ärger und Trauer verspürt Trefelik angesichts der Tatsache, dass der Handel überhaupt erst schließen musste. Dieser Schritt sei nicht nachvollziehbar und wissenschaftlich auch nicht begründbar. Eine Reihen an Studien zeige nämlich, dass der Handel keinerlei Rolle beim Infektionsgeschehen spiele, sprich hier keine Ansteckungen stattfinden. Weder die Schließung des Handels noch der Gastronomie hat zu einem Rückgang der Zahlen geführt, was für Trefelik im Umkehrschluss bedeutet:

"Der Handel ist nicht der Treiber der Infektion, nicht der Ort der Infektion. Die Ansteckungen passieren im privaten Bereich. (..) Wir als Handel zahlen hier jetzt die Zeche!"

Den Handel zuzusperren sei laut dem Handels-Obmann aus Mangel an Möglichkeiten die "symbolhafteste Variante" für die Regierung gewesen. Die Zahlen seien nur nach unten zu drücken, "wenn wir im privaten Bereich aufpassen". 

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