WWE-Star Cesaro: "Fans fehlen uns zu 100 Prozent!"

WWE-Star Cesaro
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WWE Superstar Cesaro erlebt gerade eine verrückte Zeit im Wrestling-Geschäft. Der Schweizer hat uns im "Heute"-Interview verraten, wie er mit Home-Office, Training und ohne Fans auskommt. Außerdem verrät er die größte Schwäche der Schweizer Fußball-Nationalmannschaft.


"Heute": Hi Cesaro! Wie geht's mit der Corona-Situation, wie sieht dein Alltag aus?
Cesaro: "Ich muss feststellen, dass mein Lebensstil gar nicht so viel anders ist jetzt in der Quarantäne. Ich bin sehr gerne zu Hause, im Moment eben zehn Mal so viel. Ich habe alle Voraussetzungen für ein gutes Training auch zu Hause, habe alle Geräte daheim. Nach dem Workout spiele ich gerne Videospiele wie zum Beispiel League of Legends. Mit Xavier Woods, Tyler Breeze und Adam Cole spiele ich auch regelmäßig Uno."


Wie trifft dich die allgemeine Situation in den USA?
"Ich lebe ein bisschen außerhalb, fast schon am Land, da respektieren die Menschen sich und die Situation. Ich selbst gehe trotzdem nicht allzu viel hinaus, wenn ich nicht muss. Von außerhalb bekomme ich die Lage nur über die Nachrichten mit, in New York oder Los Angeles geht's halt schon anders zur Sache."


Wie sehr trifft es dich, dass ihr momentan ohne Fans auskommen müsst?
"Es fehlt mir 100%, es zählt so viel, wie das Publikum mitgeht. Sie bestimmen das auch mit, wer auf dem Weg nach oben ist. Ich liebe es vor Fans zu kämpfen. Klar gibt's andere Herausforderungen, wenn man ohne Fans kämpft. Die Kämpfe müssen schneller sein, härter - voller Fokus auf die Action. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis wir wieder in Riesenstadien auftreten. Es wird hoffentlich schön langsam mit 100-200 Leuten beginnen und dann schrittweise nach oben gehen."


Du wärst wieder reif für einen Singles-Titel, bist im Dunstkreis vom Intercontinental-Gürtel, der würde dir doch gut stehen...
"Jetzt ohne Publikum ist es ein bisschen schwierig, weil die Fans immer eine große Stütze für mich waren. Der Titel würde mir sehr gut gefallen, auch weil ich ihn vor meinem Kumpel Sheamus gewinnen würde, der hatte ihn auch noch nicht."


Du hast als einer der ersten Wrestler den modernen "European Style" in der WWE geprägt, gibst du den "Jüngeren" Tipps, bist sowas wie ein Mentor?
"Es ist sehr schön, wenn ich ein bisschen mitgeholfen habe, dass viele Leute aus Europa mittlerweile Erfolg haben. Ich bin immer für die Leute ansprechbar, ich schaue auch viel NXT und NXT UK. So im Vordergrund bin ich aber nicht, ich dränge mich nicht auf. Wenn allerdings jemand Tipps haben möchte, dann habe ich immer ein offenes Ohr."


Von wem hast du am meisten Tipps bekommen, wer war dein größter Mentor?
"Man kann das nicht auf eine Person beschränken, aber William Regal hat mir sehr geholfen. Dazu habe ich unglaublich viele gute Kumpels, wie etwa die Shield-Jungs. Mit Roman Reigns, Dean Ambrose und Seth Rollins bin ich in den Anfangszeiten immer im Mini-Van herumgereist. Ich trainiere heute immer noch gerne mit Seth, das sind einfach Leute, die dich immer ein Stück besser machen können und werden."


Dein erstes Wrestling-Match hattest du in Deutschland, hat es dich vor der WWE auch nach Österreich verschlagen?
"Ja klar, ich war viel in Wien und überall in Österreich unterwegs. Das waren immer schöne, lange Autofahrten. Meine liebste Erinnerung in Österreich war aber der Wiener Christkindlmarkt. Das war wirklich idyllisch und immer eine tolle Sache, wenn man seinen Job mit ein bisschen Sightseeing und Kultur verbinden kann. Ich komme auch mit der WWE immer wieder sehr, sehr gerne nach Österreich. Leider sind aber die kommenden Europa-Touren einmal gestrichen."


In Wien hast du vor ein paar Jahren mit Sheamus gemeinsam im Rapid-Trikot im Käfig am Gürtel gekickt. Bist du generell Fußball-Fan?
"Oh ja, daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Das war genial, da waren auch viele begeisterte Kinder dabei. Ich bin auf jeden Fall ein Fußball-Fan, als ich 2004 in die USA ausgewandert bin, war es aber ein bisschen schwierig. Jetzt kann man sich alles am Handy oder Tablet anschauen. Es ist in Amerika aktuell einfacher Premier League zu schauen, als in England selbst."


Bist du Fan von einer bestimmten Mannschaft?
"Ich unterstütze natürlich die Schweizer Nati, Juventus mag ich auch sehr gerne, weil unser Kapitän Stephan Lichtsteiner dort sieben tolle Jahre hatte. Sheamus will mich immer zum Liverpool-Fan machen, aber da halte ich gut dagegen. Ich genieße einfach die schönen Spiele. Es ist auch wahnsinnig toll, dass so viele Klubs uns schon die Türen geöffnet haben, wie eben auch Rapid. In Deutschland waren wir zum Beispiel in Hannover und beim HSV. In Manchester waren Sheamus und ich die ersten Nicht-Fußballer, die im City-Stadion ein bisschen herumballern durften. Ich habe 30-40 verschiedene Trikots im Schrank von Klus, die mir gefallen, aber ich bin neutral wie die Schweiz."


Außer, wenn die Schweiz spielt?
"Na gut, dann ist Ausnahmezustand. Während der WM hatte ich jeden Tag ein Jersey von einem anderen Nationalspieler an. Weißt du was aber schade ist? Wir sind immer sehr hoch gesetzt, zählen oft zu den Geheimfavoriten, aber wenn dann wirklich gespielt wird, passt sich die Mannschaft leider zu oft an das Niveau des Gegners an. Wenn's dann gegen Schwächere geht, schaffen sie es nicht, dominant zu sein. Aber das Problem kennt ihr in Österreich ja auch!"


Eine letzte Frage habe ich noch: Mit Claudio's Café hast du eine eigene Instagram-Seite, wo du dich durch Kaffehäuser quer durch Amerika und die Welt kostest. Wie kam es dazu und ist es ein Traum von dir, auch einmal ein eigenes Lokal zu haben, wie zum Beispiel Seth Rollins?
"Seth wohnt immer noch in Iowa, wo er aufgewachsen ist. Er hat dort die richtigen Leute gefunden, die ihm helfen. Für mich ist es schwierig, weil ich aktuell viel zu weit weg bin und es nicht so einfach ist Partner zu finden. In der Schweiz haben ein paar Kumpels schon ein Restaurant aufgemacht, vielleicht passt es ja irgendwann. Dann will ich das aber so führen, wie es mir gefällt: Kaffee, Fußball und Wrestling! Die Liebe zum Kaffee kam durch meine strenge Diät, da darf man sich nicht durch die regionalen Spezialitäten futtern oder Süßigkeiten probieren, da habe ich den Kaffee entdeckt. Das geht immer und macht die viele Reisen auch spannender."

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