"Horrorvater" kommt frei

"Zähne ausgeschlagen" – Fritzl im Gefängnis attackiert

Josef Fritzl wird schon bald in den Normalvollzug kommen. In der Justizanstalt Krems/Stein hatte der 88-Jährige offenbar kein leichtes Leben.

André Wilding
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    Das erste Foto seit 15 Jahren: Josef Fritzl am Weg zum Landesgericht Krems.
    Das erste Foto seit 15 Jahren: Josef Fritzl am Weg zum Landesgericht Krems.
    Sabine Hertel

    Jahrelang hatte Josef Fritz seine eigene Tochter und die gemeinsamen Enkelkinder in einem Keller in Amstetten gefangen gehalten und gequält. Im März 2009 hatte sich der "Horrorvater von Amstetten" dafür vor Gericht verantworten müssen und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

    Doch nach 15 Jahren im Gefängnis wird der heute 88-Jährige schon bald von der forensisch-therapeutischen Abteilung in der Justizanstalt Krems/Stein in den Normalvollzug verlegt werden. Am Donnerstag, dem 25. Jänner 2024, fand dazu eine Anhörung vor einem Drei-Richter-Senat statt. Fritzl ist mittlerweile dement und könnte – theoretisch – bald ein freier Mann sein. Kurz vor 9 Uhr fiel die Entscheidung: Fritzl darf die Anstalt verlassen.

    Kommt Fritzl in Pflegeheim?

    Straftäter, die zu lebenslanger Haft verurteilt worden sind, können nämlich nach 15 Jahren unter bestimmten Auflagen freikommen. Bei Josef Fritzl gilt das laut Ö1 zum jetzigen Zeitpunkt aber eher als unwahrscheinlich. Stattdessen müsste Fritzl aufgrund seines Zustandes eher in einem geeigneten Pflegeheim untergebracht werden – und das gibt es derzeit nicht, heißt es in dem Bericht weiter.

    "Mein Mandant müsste in einer speziellen Einrichtung untergebracht sein, wo eben die Ressourcen vorhanden sind, um diesen Persönlichkeitsabbau dieser Demenzentwicklung entgegenzuwirken", erklärt Star-Anwältin Astrid Wagner am Donnerstag im Ö1-Frühjournal, bevor Fritzl zum Landesgericht Krems gebracht wird.

    Wegen seiner Demenzerkrankung wurde Josef Fritzl in einem psychiatrischen Gutachten jedenfalls "Ungefährlichkeit" attestiert. Auch sein Sexualtrieb sei laut seiner Anwältin völlig erloschen. Fritzl wurde am Donnerstagvormittag einem Drei-Richter-Senat am Landesgericht Krems vorgeführt.

    "Keine Chance"

    Sollte der "Horrorvater von Amstetten" tatsächlich aus dem Maßnahmenvollzug entlassen werden, wird Fritz laut Ö1 vorerst wohl in einer Krankenstation der Justizanstalt Stein untergebracht. Im Gefängnis soll der 88-Jährige jedenfalls nicht gerade ein leichtes Leben gehabt haben.

    In einem Gespräch mit "Heute" erklärte nämlich ein Freigänger: "Fritzl wird keine Chance haben, wenn er in den offenen Vollzug kommen sollte. Ihm wurden schon in Stein die Zähne ausgeschlagen." Insidern zufolge dürften die Chancen auf eine vorzeitige Entlassung von Fritzl gar nicht so schlecht sein.

    Video: Hier wird Fritzl aus dem Gericht gefahren:

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      Reuters
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