Bevor es am Wochenende am Nürburgring in die zweite Saisonhälfte geht, wirft Heute.at einen Blick auf die Statistik. Was die Rennaction betrifft, ist es schon jetzt eine Saison der Superlative.
Es gibt auf der einen Seite Kritiker die meinen, die Formel 1 ist aufgrund der Vettel-Dominanz derzeit so langweilig wie zu Michael Schumachers Hochzeiten. Motorsportfans auf der anderen Seite geraten beim Gedanken an die bisherige Saison ins Schwärmen. So viel Action gab es wohl noch nie auf der Rennpiste.
69 Überholmanöver pro Rennen
Die Statistik untermauert diese Theorie: Bislang gab es in neun Rennen 623 Überholmanöver oder durchschnittlich 69 Positionswechsel pro Rennen. Zum Vergleich: Im Vorjahr gab es in 19 Rennen 547 Überholvorgänge, 2009 waren es lediglich 244 (bei zwei Rennen weniger).
Kritiker des neuen Regelwerks werden nun sicher meinen, dies sei nur aufgrund des verstellbaren Heckflügels und des "Turboboosters" KERS möglich. Aber: Nur 180 Überholmanöver wurden mit flachem Flügel getätigt.
Reifen sind entscheidend
Das Rennen mit den meisten Überholvorgängen war bislang der Regenchaos-GP in Kanada mit 136. Ein Mitgrund für die vielen Positionswechsel in dieser Saison: die Reifen. Rund ein Drittel der Überholvorgänge geschah, wenn der Unterschied bei der Laufdauer mehr als fünf Runden betrug.
Der große Reifenverschleiß war auch ausschlaggebend, dass es in dieser Saison bislang 560 Boxenstopps gab - durchschnittlich 70 pro Rennen. Ein anderer Rekord betrifft die Zuverlässigkeit. So wenig Ausfälle gab es selten - Höhepunkt war der Grand Prix in Valencia, bei dem alle 24 Autos (Rekord!) ins Ziel kamen.
Vettel könnte Schumi-Rekord brechen
Und wenn wir bei der Rekordjagd sind: Sebastian Vettel könnte in dieser Saison eine Bestmarke für die Ewigkeit aufstellen. Sollte es ihm gelingen, in den kommenden drei Rennen den Titel zu fixieren, wäre er der schnellste Weltmeister in der Formel-1-Geschichte. Und damit würde er seinem großen Vorbild Michael Schumacher schon mal eine Bestmarke wegschnappen.
MM