Ein Zeckenstich kann mehr als nur Juckreiz verursachen. Die kleinen Parasiten können gefährliche Krankheitserreger wie Borreliose oder FSME auf den Menschen übertragen. Durch den Klimawandel sind Zecken mittlerweile fast das ganze Jahr über aktiv.
Um die Verbreitung von Zeckenarten und deren Erreger besser zu verstehen, hat das Robert Koch-Institut (RKI) das Projekt CLIMATICK gestartet. Dabei werden Bürgerinnen und Bürger gebeten, gefundene Zecken einzuschicken.
Wie chip.de berichtet, sollen die Forschenden herausfinden, ob sich durch den Klimawandel auch bislang nichtheimische Krankheitserreger in Deutschland etablieren könnten. Dazu zählen etwa Rickettsien oder das Krim-Kongo-Fieber-Virus.
Die Zecke sollte nach dem Entfernen mit einer Pinzette in eine verschließbare Plastiktüte gegeben werden. Lebt sie noch, empfiehlt das RKI, ein leicht angefeuchtetes Stück Küchenpapier dazuzulegen. Alternativ kann man die Zecke mit Klebeband fixieren und in Frischhaltefolie einwickeln.
Wichtig ist, dass die Zecke nicht lose im Umschlag liegt - sie kann auch scheinbar tot sein und trotzdem noch krabbeln. Ein Begleitformular muss ausgefüllt und an folgende Adresse geschickt werden: Robert Koch-Institut, ZBS1 - Stichwort: Zecke, Seestraße 10, 13353 Berlin.
Nach der Untersuchung informiert das RKI die Einsender über die Ergebnisse. Aufgrund der vielen Proben kann die Auswertung aber mehrere Monate dauern. Die Daten fließen in den sogenannten Zeckenatlas ein.
Wichtig zu wissen: Ein negativer Test bedeutet nicht automatisch, dass keine Erreger übertragen wurden. Ebenso belegt ein positiver Befund nicht, dass eine Infektion stattgefunden hat. Die Analysen dienen rein wissenschaftlichen Zwecken.
Aktuell sind in Deutschland 185 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. 2025 wurde mit 693 FSME-Erkrankungen die dritthöchste Zahl seit Beginn der Datenerfassung 2001 gemeldet. Die STIKO empfiehlt eine Impfung für Personen, die sich viel im Freien aufhalten.