Wer derzeit durch Wiesen, Parks oder Wälder spaziert, sollte besonders aufmerksam sein. Die Zeckensaison ist heuer bereits früh gestartet – und Experten beobachten eine Entwicklung, die vielen Sorgen macht: Zecken sind immer länger aktiv und treten inzwischen teilweise fast das ganze Jahr über auf. Grund dafür sind die zunehmend milden Winter und steigenden Temperaturen.
Österreich bleibt zudem eines der am stärksten betroffenen Länder Europas, wenn es um die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) geht. Das Virus kann das Nervensystem angreifen und schwere Erkrankungen auslösen, trotzdem ist der Impfschutz in der Bevölkerung mangelhaft. Auch Borreliose bleibt weiterhin ein großes Thema.
Hinzu kommt, dass sich durch die veränderten klimatischen Bedingungen neue Arten in Österreich ausbreiten. So wurden diese Saison bereits zwei Hyalomma-Zecken ("Riesenzecke") gemeldet, berichtet die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES).
Eine der Zecken wurde auf einem Pferd gefunden, zur AGES eingesendet und laboranalytisch untersucht. Die Testung auf Krim-Kongo-Hämorrhagische-Fieber-Virus (CCHFV) sowie Rickettsien verlief negativ. Die zweite Zecke konnte anhand eines eingesandten Bildes als "Hyalomma sp." bestätigt werden, war jedoch zum Zeitpunkt der Rückmeldung nicht mehr verfügbar und konnte daher nicht weiter untersucht werden.
Die AGES bittet, bei Verdacht auf eine "Riesenzecke" ein Foto an [email protected] zu schicken und die Zecke bis zur Rückmeldung durch die AGES aufzubewahren, um gegebenenfalls notwendige weiterführende Untersuchungen zu ermöglichen.
Zecken, die noch nicht vollgesogen, also noch "flach", sind, können einseitig mit Klebeband auf einem Blatt Papier fixiert werden. Zecken, die bereits Blut gesaugt haben können in Behältnissen aufbewahrt werden sein, z. B. kleine Gläschen, kleine Plastikschachteln, Schraubbehälter etc.