Die Temperaturen steigen, die Menschen zieht es ins Freie – und damit beginnt auch die Hochsaison der Zecken. Die kleinen Blutsauger lauern nicht nur im Wald, sondern auch in Parks, Gärten und auf Wiesen. Ein Stich ist meist harmlos, kann aber gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Umso wichtiger ist es, eine Zecke schnell und richtig zu entfernen.
Entgegen einem weitverbreiteten Mythos lassen sich Zecken nicht von Bäumen fallen: Sie sitzen oft in hohem Gras, Gebüschen oder im Unterholz und werden beim Vorbeigehen abgestreift. Danach krabbeln sie oft mehrere Stunden auf dem Körper herum, bis sie eine warme und geschützte Stelle gefunden haben. Besonders beliebt sind Achseln, Kniekehlen, Nacken, Kopfhaut oder die Leistengegend.
Experten empfehlen eine feine Pinzette, eine spezielle Zeckenkarte oder einen Zeckenhaken. Wichtig ist, die Zecke möglichst hautnah zu greifen, ohne ihren Körper zu quetschen.
Der Unterschied liegt vor allem in der Handhabung: Eine feine Pinzette ist praktisch, wenn kein spezielles Werkzeug zur Hand ist. Sie ermöglicht ein sehr präzises Greifen direkt an der Haut. Die Zeckenkarte funktioniert wie eine kleine Plastikkarte mit v-förmiger Einkerbung: Sie wird flach auf die Haut geschoben und die Zecke vorsichtig herausgeführt. Der Zeckenhaken wird unter den Körper der Zecke geschoben und anschließend mit einer leichten Drehbewegung entfernt. Alle drei Methoden verfolgen dasselbe Ziel: die Zecke sicher zu entfernen, ohne sie zu quetschen oder zu verletzen.
Von Hausmitteln wie Öl, Nagellack, Alkohol, Zahnpasta oder Klebstoff raten Experten ausdrücklich ab. Diese können die Zecke reizen und dazu führen, dass sie mehr Speichel oder Krankheitserreger in die Wunde abgibt.
Winzig klein, aber nicht harmlos: Zecken sind wieder überall unterwegs. Und oft merkt man den Stich erst spät – umso wichtiger ist es, zu wissen, was dann zu tun ist.
Zecken können verschiedene Krankheitserreger übertragen. Eine der bekanntesten ist Borreliose – eine bakterielle Infektion, die Gelenke, Nerven oder das Herz betreffen kann. Typisch ist die sogenannte Wanderröte, ein ringförmiger Hautausschlag rund um die Einstichstelle. Auch FSME (= Frühsommer-Meningoenzephalitis) kann durch Zecken übertragen werden. Die Viruserkrankung kann Gehirn und Hirnhäute befallen. Gegen FSME gibt es eine Impfung.
Wichtig: Nicht jede Zecke ist infiziert. Ein Stich ist daher kein Grund zur Panik – die Einstichstelle sollte jedoch über mehrere Wochen beobachtet werden. Bei Fieber, starker Rötung oder Gliederschmerzen sollte ein Arzt konsultiert werden.
Ganz verhindern lassen sich Zeckenstiche nicht, aber das Risiko kann deutlich reduziert werden. Lange Hosen und geschlossene Schuhe erschweren es Zecken, auf die Haut zu gelangen. Helle Kleidung hilft zusätzlich, die kleinen Parasiten schneller zu entdecken. Regelmäßiges Absuchen des Körpers nach Aufenthalten im Grünen bleibt die wichtigste Maßnahme.