Neue Schulstudie

So wirkt sich die Laune des Lehrers auf die Noten aus

Ob Lehrer fröhlich oder verärgert sind, wirkt sich direkt auf die Leistungen ihrer Schüler aus. Das zeigt eine internationale Studie.
Newsdesk Heute
02.06.2026, 18:21
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Lehrerinnen und Lehrer spielen eine entscheidende Rolle für die Lernmotivation und die Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler.

Eine aktuelle Analyse eines internationalen Forschungsteams, unter anderem aus München, Berlin und Kiel, bestätigt, dass die emotionale Verfassung der Lehrkräfte einen großen Einfluss auf den Unterricht hat.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Demnach bietet ein fröhlicher Lehrer qualitativ hochwertigeren Unterricht, stärkt das Selbstvertrauen sowie das Interesse der Schüler und sorgt für bessere schulische Leistungen. Wer hingegen häufig verärgert ist, unterrichtet weniger gut – das schlägt sich auch in schlechteren Noten nieder.

Wie "lessentiel" berichtet, wurden für die Studie Daten von 679 Mathelehrkräften und mehr als 17.500 etwa 15-jährigen Schülerinnen und Schülern aus acht Ländern ausgewertet.

Alle Klassen bearbeiteten für eine bessere Vergleichbarkeit dieselbe Mathematiklektion – die Einführung quadratischer Gleichungen.

Emotionen der Lehrkräfte als Schlüssel

Lehrerinnen und Lehrer, die im Unterricht mehr Freude empfanden, schafften es eher, den Unterricht effektiv zu gestalten, unterstützende Beziehungen zu den Schülern aufzubauen und kognitiv anregende Methoden einzusetzen. Das wiederum förderte das Selbstvertrauen, das Interesse und die Leistungen der Jugendlichen. Lehrkräfte mit eher negativen Gefühlen erzielten in allen Bereichen schlechtere Ergebnisse.

Für die Untersuchung kam die sogenannte Teacher Emotions Scale zum Einsatz. Damit wurde erhoben, wie viel Freude oder Verärgerung die Lehrkräfte im Unterricht empfanden. Die Schüler bewerteten die Unterrichtsqualität, gaben Auskunft über ihr Selbstvertrauen und Interesse und absolvierten einen Leistungstest.

Weltweit ähnliche Ergebnisse

Hauptautorin Marina Elena Pfeifer von der Ludwig-Maximilians-Universität München erklärt, dass sich bei verärgerten Lehrern leicht ein Teufelskreis entwickelt: „Ein verärgerter Lehrer könnte Schwierigkeiten haben, die Klasse effektiv zu führen, was zu schlechten Leistungen der Schülerinnen und Schüler führt, was wiederum dazu führt, dass sich der Lehrer noch frustrierter und erfolgloser fühlt – ein Teufelskreis.“

Fröhliche Lehrer hingegen würden eine positive Spirale anstoßen, bei der der Erfolg der Schüler wiederum die Lehrkraft weiter motiviert.

Bemerkenswert sei laut Pfeifer, dass die Ergebnisse unabhängig von kulturellen, wirtschaftlichen und sprachlichen Unterschieden in allen Ländern ähnlich ausfielen. Die Mechanismen, wie die Emotionen eines Lehrers die Unterrichtsqualität und die Schülerleistungen beeinflussen, seien weltweit vergleichbar.

Schlussfolgerung der Studie

Das Forschungsteam empfiehlt, die positive Haltung und das emotionale Wohlbefinden von Lehrkräften gezielt zu fördern.

„Die wichtigste Schlussfolgerung für die Praxis ist, dass die Förderung des emotionalen Wohlbefindens von Lehrkräften nicht nur ein ‚nettes Extra‘ ist – sie ist entscheidend für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler“, so Pfeifer. Schulen und Politik sollten daher alles daransetzen, Lehrerstress zu reduzieren.

{title && {title} } red, {title && {title} } 02.06.2026, 18:21
Jetzt E-Paper lesen