Cold Case in Steiermark

Leiche lag jahrelang im Wald – Spur führt ins Ausland

Die Identität einer Leiche, die jahrelang in einem steirischen Wald lag, gibt weiter Rätsel auf. Nun liefert das Radtrikot des Toten neue Hinweise.
Newsdesk Heute
09.06.2026, 11:45
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Ein rätselhafter Todesfall aus der Steiermark beschäftigt die Ermittler erneut. Die Identität eines Mannes, dessen sterbliche Überreste in einem Wald im Bezirk Murtal gefunden wurden, ist bis heute ungeklärt – nun führt eine neue Spur nach Deutschland.

Die Leiche wurde im Mai 2025 in einem abgelegenen Waldstück im Bretsteingraben entdeckt. Neben den Überresten fanden Ermittler auch ein Fahrrad sowie mehrere Kleidungsstücke, die darauf hindeuten, dass es sich um einen Radfahrer gehandelt haben könnte.

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Radtrikot liefert Hinweis

Trotz umfangreicher Ermittlungen, DNA-Untersuchungen und internationaler Abgleiche mit Vermisstenfällen konnte der Mann bisher nicht identifiziert werden. Nun hoffen die Ermittler auf Hinweise aus Deutschland.

Besondere Bedeutung kommt dabei einem grauen Radtrikot zu, das bei dem Toten gefunden wurde. Nach aktuellen Erkenntnissen dürfte dieses von der "National Cycling Academy" (NCA) im Raum Bremen an Teilnehmer von Spinning-Kursen in den Jahren 2008 und 2009 ausgegeben worden sein.

Waldbesitzer fand Leiche bereits Jahrzehnt vorher

Ein anthropologisches Gutachten geht derzeit von einem Mann zwischen 40 und 60 Jahren aus. Seine Körpergröße dürfte zwischen 1,60 und 1,70 Metern gelegen haben. Experten vermuten, dass der Mann bereits zwischen 2014 und 2019 verstorben ist. Eine genaue Todesursache konnte aufgrund des Zustands der sterblichen Überreste nicht mehr festgestellt werden.

Für zusätzliche Brisanz sorgt ein Geständnis des Waldbesitzers, auf dessen Grundstück die Leiche lag. Er gab gegenüber der Polizei an, den Toten bereits 2014 oder 2015 entdeckt zu haben. Eine Anzeige erstattete er damals jedoch nicht. Laut Ermittlern wollte der Jäger "die Wildtiere im Jagdrevier nicht stören". Erst Jahre später, im Zuge einer geplanten Übergabe des Besitzes, wurde der Fall gemeldet.

Ob ein Fremdverschulden vorliegt, ist weiterhin unklar. Konkrete Hinweise darauf gibt es derzeit nicht, ausgeschlossen werden kann es aber auch nicht.

Neben dem auffälligen Radtrikot fanden die Ermittler weitere Kleidungsstücke, darunter eine schwarze Jogginghose und eine schwarze Regenjacke von Adidas, ein vermutlich dunkelblaues Langarm-Radtrikot sowie eine schwarze Radlerhose.

Fahrrad mitgenommen und benutzt

Auch das Fahrrad könnte noch wichtige Hinweise liefern. Es handelt sich um ein schwarzes Modell der Marke Cube, das zwischen 2003 und 2007 in Deutschland verkauft wurde. Die Rahmennummer brachte bisher allerdings keine neuen Erkenntnisse.

Interessant: Das Fahrrad wurde bereits vor der Leiche entdeckt. Da es nicht direkt neben den sterblichen Überresten lag, nahm der Jäger das offenbar herrenlose Rad mit und stellte es auf seinem Hof unter. Dort wurde es vor Witterung geschützt aufbewahrt und soll auch gelegentlich benutzt worden sein.

Die Ermittler hoffen nun auf neue Hinweise aus Deutschland. "Wir hoffen insbesondere auf Hinweise aus Deutschland. Vielleicht erkennt jemand das Trikot, erinnert sich an einen Teilnehmer eines damaligen Kurses oder vermisst seit Jahren einen Angehörigen, Freund oder Bekannten. Jeder Hinweis könnte dazu beitragen, die Identität des Mannes zu klären und seinem Schicksal nach Jahren einen Namen zu geben", sagte Cheffahnder Andreas Dirnberger vom Landeskriminalamt Steiermark.

Der Fall wird am Mittwoch auch in der Sendung "Fahndung Österreich" auf ServusTV behandelt. Dort sollen die bisherigen Ermittlungen und die neuen Spuren ausführlich vorgestellt werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 09.06.2026, 11:45
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