Der Urlaub kann schon am Bankomaten teurer werden als gedacht. Ein aktueller AK-Test zeigt: Wer in Nicht-Euro-Ländern mit Kreditkarte Geld abhebt, kann ordentlich draufzahlen. In der Türkei sind bei einer Abhebung um 400 Euro bis zu 20 Euro Spesen.
Besonders heikel ist die sofortige Euro-Umrechnung am Bankomaten. Diese sogenannte dynamische Währungsumrechnung kann für Urlauber nachteilig sein. Auch bankunabhängige Bankomaten können Extra-Spesen verrechnen.
In Kroatien, Spanien und anderen Euro-Ländern ist das Zahlen und Abheben mit der Debitkarte, also der Bankomatkarte, grundsätzlich spesenfrei. Je nach Girokonto können aber Buchungszeilenentgelte anfallen, laut AK bis zu 77 Cent je Buchung.
"Vorsicht, Anbieter von eigenen Bankomatbetreibergesellschaften – etwa in Kroatien und Deutschland – können Extraspesen von bis zu zehn Euro fürs Abheben verlangen", sagt AK-Expertin Michaela Kollmann. Allerdings müssten die Spesen vorab am Bildschirm aufscheinen.
Bei Kreditkarten sieht es anders aus. Zahlen in Euro-Ländern kostet zwar keine Spesen, Geldabheben aber sehr wohl. Laut Arbeiterkammer-Untersuchung sind das drei bis 3,3 Prozent, mindestens aber 2,50 bis vier Euro.
Noch stärker schlägt die Kostenfalle in Nicht-Euro-Ländern wie der Türkei oder den USA zu. Bei der Bankomatkarte fallen beim Zahlen im Schnitt 0,75 Prozent plus 1,09 Euro an, beim Abheben 0,75 Prozent plus 1,82 Euro.
Mit Kreditkarte wird es noch teurer. Beim Einkauf werden 1,65 bis zwei Prozent Aufschlag verrechnet, beim Abheben drei bis 3,3 Prozent – mindestens jedoch 2,50 bis vier Euro. Dazu können Manipulationsgebühren von bis zu zwei Prozent kommen.
"Beim Geldabheben auf Spesen sowie Wechselkurs achten und die Abrechnung in Fremdwährung wählen", so Kollmann. Finger weg von der dynamischen Währungsumrechnung, also der sofortigen Euro-Umrechnung. Wechselkurse können ungünstig sein."
Einige Banken, etwa Bank Austria und RLB NÖ Wien, bieten – ein Sonderfall – in Schweden mit der Debitkarte kostenloses Abheben und Zahlen an. Kollmann rät Skandinavien-Reisenden deshalb, vor Reiseantritt nachzufragen.
Bei einer Abhebung um 400 Euro in der Türkei, den USA und anderen Nicht-Euro-Ländern fallen laut AK folgende Spesen an: Mit Kreditkarte kostet das Abheben eines entsprechenden Betrags zwischen 18,60 Euro bei card complete oder Diners und 20 Euro bei American Express. Beim Zahlen mit Kreditkarte sind es 6,60 Euro bei card complete, Diners oder PayLife und bis zu acht Euro bei American Express.
Mit der Debitkarte kostet das Abheben zwischen 4,82 Euro und 6,11 Euro, das Zahlen zwischen 4,09 Euro und 5,50 Euro. Kursdifferenzen sind dabei noch nicht eingerechnet.
Auch Prepaid-Karten sind kein Freibrief. card complete und PayLife bieten solche Karten an, auf die Guthaben aufgeladen wird. Die Spesen seien laut AK ähnlich wie bei herkömmlichen Kreditkarten.
Doch nicht nur Plastikkarten können teuer werden. Auch das Wechseln von Bargeld vor der Reise kann ins Geld gehen. Wer vor einem USA-Urlaub bei der Hausbank Euro in US-Dollar wechselt, muss mit Mindestspesen von bis zu 8,10 Euro rechnen. Bei einer fremden Bank können es sogar bis zu zehn Euro sein. Mitunter wechseln Banken für Fremdkunden gar kein Geld, wie ein AK-Test bei acht Geldinstituten zeigt.
Wer bei seiner eigenen Bank Geld wechselt, zahlt zwischen 1,5 und drei Prozent Spesen vom Kurswert. Bei Fremdkunden bieten nur vier von acht geprüften Banken den Wechsel überhaupt an: BAWAG, easybank, Erste Bank und RLB NÖ Wien. Die Spesen liegen dort zwischen drei und fünf Prozent, Mindestspesen können bis zu zehn Euro ausmachen.
Bei der Hausbank zeigt der AK-Test große Unterschiede. Bank Austria verlangt 2,10 Prozent und mindestens 8,10 Euro, RLB NÖ Wien 3,50 Prozent und mindestens acht Euro, Volksbank Wien 1,50 Prozent und mindestens sieben Euro.
Bei der Erste Bank sind es 1,50 Prozent und mindestens 4,50 Euro, bei HYPO NOE 1,50 Prozent und mindestens vier Euro. BAWAG PSK und easybank kommen auf drei Prozent und mindestens 3,50 Euro, die Oberbank auf 1,50 Prozent und mindestens 3,50 Euro.
Vor dem Urlaub sollte man daher überlegen, ob man Geld schon daheim oder erst am Urlaubsort wechselt. Kurse und Gebühren zu vergleichen, lohnt sich, schreibt die AK in ihrer Erhebung. Wichtig sei auch die Frage, ob Mindestspesen anfallen und ob die gewünschte Fremdwährung in der Filiale lagernd ist.