Sommer, See und Saugwürmer

Parasiten im See? Das steckt hinter der Bade-Dermatitis

Wer nach dem Schwimmen rote Pünktchen oder kleine Quaddeln entdeckt, denkt oft zuerst an eine Allergie. Tatsächlich kann was anderes dahinterstecken.
Heute Life
10.06.2026, 17:30
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Das Wasser glitzert in der Sonne, Libellen schwirren über die Oberfläche und am Ufer quaken Frösche zwischen Schilf und Seerosen. Für viele gibt es im Sommer kaum etwas Schöneres als eine Abkühlung im Badesee. Doch die Idylle kann manchmal einen unangenehmen Haken haben. Wer nach dem Schwimmen plötzlich roten Ausschlag, kleine Pusteln oder starken Juckreiz bemerkt, könnte Bekanntschaft mit winzigen Parasiten gemacht haben – den sogenannten Zerkarien.

Unsichtbare Bewohner im Badesee

Badeseen sind lebendige Ökosysteme: Neben Fischen, Wasserpflanzen und Wasservögeln tummeln sich dort auch zahlreiche Mikroorganismen und Parasiten. Besonders gefürchtet sind im Sommer die Zerkarien. Dabei handelt es sich um die Larven bestimmter Saugwürmer, die normalerweise Wasservögel wie Enten und verschiedene Süßwasserschnecken befallen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Für Menschen sind sie eigentlich nicht vorgesehen, trotzdem kommt es immer wieder zu unerwünschten Begegnungen.

Wie die Parasiten in die Haut gelangen

Die winzigen Larven sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Gerade einmal rund einen Millimeter groß, treiben sie bevorzugt in warmem Wasser nahe der Oberfläche. Besonders wohl fühlen sie sich bei Wassertemperaturen um die 20 Grad und mehr. Genau dort also, wo sich auch Badegäste am liebsten aufhalten.

Kommt ein Mensch mit den Zerkarien in Kontakt, können die Parasiten versuchen, in die Haut einzudringen. Anders als bei Enten oder anderen Wasservögeln endet ihre Reise dort allerdings schnell. Im menschlichen Körper können sie sich nicht weiterentwickeln und sterben ab.

Ausschlag statt Wurmbefall

So unangenehm die Vorstellung auch sein mag: Gefährlich sind Zerkarien für gesunde Menschen in der Regel nicht. Die Reaktion des Körpers kann allerdings lästig sein. Experten sprechen von der sogenannten Bade-Dermatitis oder Zerkarien-Dermatitis.

Typische Beschwerden sind:

  • Starker Juckreiz
  • Kleine rote Flecken
  • Quaddeln oder Pusteln
  • Brennende Hautstellen

Besonders Menschen, die bereits mehrfach mit den Parasiten in Kontakt gekommen sind, reagieren oft empfindlicher.

So kannst du das Risiko reduzieren

Ganz vermeiden lässt sich ein Kontakt nicht immer. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, die das Risiko deutlich senken können.

Experten empfehlen:

  • Enten und andere Wasservögel nicht füttern
  • Flache, stark bewachsene Uferbereiche meiden
  • Warnhinweise an Badeseen beachten
  • Nach dem Baden sofort gründlich abtrocknen
  • Nasse Badekleidung rasch wechseln

Vor allem das kräftige Abtrocknen direkt nach dem Verlassen des Wassers kann helfen, Larven von der Haut zu entfernen, bevor sie eindringen.

Was tun bei Juckreiz?

Wer nach dem Baden Ausschlag oder Quaddeln bemerkt, sollte vor allem eines vermeiden: Kratzen. Dadurch können sich die Hautstellen zusätzlich entzünden. Gegen den Juckreiz helfen häufig antihistaminhaltige Gele oder cortisonhaltige Cremes aus der Apotheke. Die Beschwerden verschwinden meist innerhalb weniger Tage von selbst.

Kein Grund, den See zu meiden

Auch wenn der Gedanke an kleine Parasiten unter der Haut alles andere als angenehm ist: Zerkarien sind für Menschen normalerweise ungefährlich.

Mit etwas Vorsicht und den richtigen Verhaltensregeln steht dem Sprung ins kühle Nass deshalb weiterhin nichts im Weg. Wer aufmerksam bleibt und bekannte Risikobereiche meidet, kann den Badesee auch im Hochsommer unbeschwert genießen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.06.2026, 17:30
Mehr zum Thema
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen