Egal, ob in Bonn, Düsseldorf, Köln oder Rees - am Ufer des Rheins zeichnet sich überall das gleiche grausame Bild: Tote, teilweise zerstückelte Aale wurden angespült. Laut der "Rheinischen Post" kam es vor allem am Freitag, dem 13. März, zu vielen Schreckensfunden.
Meistens wurden die Tiere von schockierten Spaziergängern entdeckt und gemeldet, doch alle toten Aale haben eines gemeinsam: Sie waren häufig in mehrere Stücke zerteilt, weshalb man keinesfalls von einem natürlichen Tod ausgehen kann.
Experten des Rheinischen Fischereiverbandes fürchten die Auswirkungen der Wasserkraftanlagen. Durch den Fortpflanzungstrieb sind die geschlechtsreifen Aale zurzeit nämlich auf dem Weg zu ihren Laichplätzen in die Sargassosee im Nordatlantik und geraten mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Turbinen der Anlagen. Da es sich heuer aber um besonders viele Aale handelt, möchte man noch weitere Untersuchungen machen.
„Es blutet einem das Herz: Seit Jahren engagieren wir uns mit großem Einsatz für den Erhalt dieser faszinierenden Fischart und haben unzählige junge Glasaale in den Gewässern von NRW ausgewildert. Umso erschütternder ist es, diese sinnlos getöteten Elterntiere zu sehen – Tiere, die für den Fortbestand der ohnehin stark bedrohten Population von unschätzbarem Wert sind.“Fabian GräfeGeschäftsführer des Rheinischen Fischereiverbandes in einer Presseaussendung
Das Problem der Population ist bei den Aalen der lange Zeitraum bis zur Geschlechtsreife. Sie schlüpfen in der Sargassosee bei den Bahamas und schwimmen etwa drei Jahre mit dem Golfstrom bis nach Europa. Erst dort erlangen sie das nächste Stadium des "Glasaals", der sich stetig flussaufwärts fortbewegt. Mit etwa sechs bis zwölf Jahren wird der Aal erst dunkel und geschlechtsreif.