Rund 20 Jahre lang lebte C. (Name der Redaktion bekannt) auf der Straße. Nach dem Tod ihres 14-jährigen Sohnes brach für sie eine Welt zusammen. Mental war sie nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Das Resultat: ein Leben auf der Straße.
"Ich war viereinhalb Jahre mit meinem jüngeren Sohn im Spital – er hatte einen Gehirntumor", erzählt C. über die schmerzhafteste Zeit ihres Lebens. "Als er mit 14 Jahren starb, habe ich alles verloren." Die Tage der heute 60-Jährigen waren von Schreikrämpfen und Nervenzusammenbrüchen geprägt.
Aufgrund dieses schweren Schicksalsschlags war sie nicht mehr imstande, ihre Rechnungen zu zahlen, und verlor schließlich ihre Wohnung im 18. Bezirk. "Das Geld war nicht das Problem, ich habe in einem Labor gearbeitet. Ich habe es mental nicht geschafft", erzählt C. im Gespräch mit "Heute".
Von da an zog sie von Frauenhaus zu Frauenhaus und lebte zeitweise auch auf der Straße. "Vor allem im Winter habe ich draußen gefroren. Ich war oft am Resselpark", erinnert sie sich. Gelebt hat sie vom Tagesgeld mancher Notquartiere.
Das Schwierigste für sie: "Wie verbringe ich meine Tage?" Obwohl sie regelmäßig das Grab ihres Sohnes besuchte, fehlte ihr jegliche Struktur im Alltag. "Die habe ich jetzt", erzählt C.
Hilfe fand sie bei der Obdachlosenhilfe des Neunerhauses. Die Mitarbeitenden begleiten sie zu Terminen und unterstützen sie aktuell dabei, endlich wieder eine eigene Wohnung zu bekommen. "Ich bin jetzt schon ein anderer Mensch als vor 20 Jahren", resümiert C.