"Hexenjagd veranstaltet"

Tochter stirbt am Großglockner – Mutter überrascht alle

Die 33-jährige Kerstin G. starb am Großglockner, ihr Freund ließ sie alleine am Berg zurück. Nun überrascht die Mutter des Opfers mit einem Interview.
Newsdesk Heute
05.02.2026, 16:16
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Die Mutter der 33-jährigen Kerstin G., die im Jänner 2025 am Großglockner tragisch erfroren ist, hat sich erstmals öffentlich zum bevorstehenden Prozess gegen den Freund ihrer Tochter, dem vorgeworfen wird, die Frau alleine zum Sterben zurückgelassen zu haben, geäußert – in einem Interview mit der "Zeit". Rund zwei Wochen vor Prozessbeginn spricht sie von einer regelrechten "Hexenjagd" und will dem Freund ihrer Tochter keine Schuld zuweisen.

„Es macht mich wütend, dass Kerstin als kleines Dummerchen dargestellt wird, das sich auf den Berg hochschleifen lassen hat“
Mutter von Kerstin G.Interview in "Die Zeit"

Der Freund muss sich vor Gericht wegen grob fahrlässiger Tötung verantworten. Die Mutter betont, dass Kerstin eine erfahrene Bergsteigerin war, körperlich top fit gewesen sei, und dass die Entscheidungen für die Touren immer gemeinsam getroffen wurden. Sie findet es unfair, ihrem Lebenspartner allein die Schuld für den tragischen Unfall zuzuschieben, und wünscht sich stattdessen, dass die Hintergründe neutral betrachtet werden.

„Dass sie ausgerechnet dort, wo sie sich so lebendig fühlte, ihr Leben verlieren musste, ist für mich kaum zu begreifen. Ich vermisse sie unendlich“
Mutter von Kerstin G.Interview in "Die Zeit"

Die Mutter verwehrt sich zudem vor der als stark verzerrt empfundenen Berichterstattung und dass man in der Öffentlichkeit den Freund ihrer Tochter als alleinigen Schuldigen sehe. Kerstin wird von ihrer Mutter als neugierige und abenteuerlustige Frau beschrieben, die die Berge liebte und stets Achtsamkeit sowie Respekt gegenüber der alpinen Natur gezeigt habe. Sie habe sich immer intensiv auf Touren vorbereitet, aber auch gerne ihre Grenzen ausgelotet.

„Ich finde es unfair, wie mit dem Freund von Kerstin umgegangen wird. In den Medien und im Internet wird eine Hexenjagd auf ihn veranstaltet“
Mutter von Kerstin G.Interview in "Die Zeit"

Entschlossen, die Wahrheit ans Licht zu bringen

Die Mutter zeigt sich im Interview zudem tief getroffen von dem Verlust und betont, dass es ihr nicht um Schuldzuweisungen gehe, sondern um Verständnis und Aufklärung. In dem Interview wird deutlich, wie emotional belastend die Situation für die Familie ist und welche Hoffnungen sie in den bevorstehenden Prozess setzt. Für die Mutter steht fest, dass sie Kerstin nicht nur als Opfer sieht, sondern auch die komplexen Umstände der Tour berücksichtigt wissen möchte.

„Wenn Kerstin nicht einverstanden war, haben sie eine Bergtour nicht gemacht – oder ihr Freund hat sie allein unternommen. Deswegen hat er auch nicht verdient, als Führer in die Verantwortung genommen zu werden“
Mutter von Kerstin G.Interview in "Die Zeit"

Sie ruft dazu auf, die Ereignisse differenziert zu betrachten und mahnt, dass vorschnelle Schlüsse die Situation unnötig belasten. Die Familie sei schwer getroffen, aber entschlossen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, ohne den Freund ihrer Tochter zu verurteilen, bevor das Gericht entschieden hat.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 05.02.2026, 16:44, 05.02.2026, 16:16
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