Die Temperaturen steigen, die ersten Badetage locken und plötzlich taucht sie wieder auf: die angebrochene Sonnencreme vom letzten Sommer. Sie lag monatelang im Badezimmerschrank, wurde vielleicht sogar mit an den Strand genommen und wartet nun auf ihren nächsten Einsatz. Doch kann Sonnencreme eigentlich ablaufen – und schützt sie nach einem Jahr noch genauso zuverlässig vor Sonnenbrand? Die Antwort darauf sollten Sonnenanbeter unbedingt kennen.
Viele gehen davon aus, dass Sonnencreme ähnlich wie andere Kosmetikprodukte jahrelang verwendet werden kann. Tatsächlich hat auch Sonnenschutz ein Ablaufdatum: Dabei geht es weniger darum, dass die Creme "schlecht" wird. Vielmehr verlieren die enthaltenen UV-Filter mit der Zeit an Stabilität und Wirksamkeit. Dadurch kann der Schutz vor schädlicher UV-Strahlung deutlich nachlassen.
Wer einen Blick auf die Verpackung wirft, entdeckt meist ein kleines geöffnetes Tiegel-Symbol mit einer Zahl und dem Buchstaben "M": Steht dort beispielsweise "12M", bedeutet das, dass die Sonnencreme nach dem Öffnen zwölf Monate lang ihre volle Wirksamkeit behalten sollte. Manche Produkte sind nur sechs Monate haltbar, andere länger. Wer sich auf alten Sonnenschutz verlässt, riskiert deshalb einen deutlich geringeren UV-Schutz.
Nicht jede alte Sonnencreme muss sofort entsorgt werden. Es gibt einige Warnzeichen, die darauf hindeuten, dass das Produkt nicht mehr verwendet werden sollte: Riecht die Creme ranzig oder ungewöhnlich, hat sich die Farbe verändert oder wirkt die Konsistenz plötzlich wässrig, klumpig oder getrennt, ist Vorsicht angesagt.
Auch beschädigte Verpackungen oder Tuben, die längere Zeit großer Hitze ausgesetzt waren, können die Qualität beeinträchtigen.
Gerade im Sommer wird Sonnencreme oft falsch gelagert. Viele lassen sie stundenlang am Strand in der prallen Sonne liegen oder bewahren sie im heißen Auto auf: Das kann die enthaltenen UV-Filter schneller abbauen. Hohe Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung verkürzen die Haltbarkeit deutlich. Am besten wird Sonnencreme deshalb kühl, trocken und möglichst lichtgeschützt aufbewahrt.
Wenn die Creme äußerlich unverändert aussieht und normal riecht, wird sie nicht automatisch gesundheitsschädlich. Das Problem liegt vielmehr darin, dass der UV-Schutz nicht mehr garantiert werden kann. Wer sich damit eincremt, könnte sich in falscher Sicherheit wiegen und schneller einen Sonnenbrand bekommen.
Für den Strand oder längere Aufenthalte in der Sonne ist abgelaufene Sonnencreme deshalb keine gute Idee.
Zusätzlich wird bei älteren Sonnencremes häufig über den UV-Filter Octocrylen diskutiert. Studien weisen darauf hin, dass sich dieser Stoff im Laufe der Zeit abbauen kann und dabei unter anderem Benzophenon entstehen kann. Wer besonders vorsichtig sein möchte, greift zu Produkten ohne Octocrylen oder ersetzt ältere Sonnencremes regelmäßig durch neue.
Wer ungern Produkte wegwirft, muss alte Sonnencreme nicht zwangsläufig sofort entsorgen: Zeigt sie keine Veränderungen bei Geruch, Farbe oder Konsistenz, kann sie oft noch als feuchtigkeitsspendende Bodylotion verwendet werden. Als verlässlicher Sonnenschutz sollte sie allerdings nicht mehr eingesetzt werden.