Tigermücken-Alarm

Immer mehr Fälle der Tropen-Krankheit in Österreich

Fieber, Schmerzen, Klima-Risiko: Forscher aus Innsbruck testen einen Impfstoff gegen das durch Tigermücken übertragene Chikungunya-Fieber in Afrika.
Heute Life
03.06.2026, 15:48
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Die Asiatische Tigermücke breitet sich aus – und mit ihr wächst auch die Sorge vor einem schmerzhaften Virus, das bisher in Österreich nur als Mitbringsel aus Fernreisen bekannt war. Das Chikungunya-Fieber sorgt weltweit für Hunderttausende Fälle – jetzt schlägt auch Österreich Alarm.

Die meldepflichtige Reisekrankheit wird durch die Asiatische Tigermücke, die seit 2022 in allen Bundesländern nachgewiesen ist, übertragen.

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Wenn Schmerzen jahrelang bleiben

Die Folgen der tropischen Infektionskrankheit sind alles andere als harmlos: Betroffene leiden unter massivem Fieber sowie starken Gelenk- und Muskelschmerzen, die Monate oder sogar Jahre anhalten können. Der Name der Krankheit stammt aus einer ostafrikanischen Sprache – und bedeutet sinngemäß "gebückt gehen". Ein Hinweis auf die teils extremen Schmerzen.

Noch gilt Österreich als verschont: Bislang wurden hierzulande ausschließlich importierte Fälle nach Reisen registriert. Doch Experten warnen vor einer neuen Gefahr. Zwar ist die Zahl mit 26 Infektionsfällen im Jahr 2025 gering - hat sich im Vergleich zu 2024 (11 Fälle) jedoch mehr als verdoppelt.

Klima macht Tigermücke zum Risiko

Die Asiatische Tigermücke fühlt sich wegen steigender Temperaturen zunehmend auch in Europa wohl. Seit 2007 kam es bereits mehrfach zu lokalen Chikungunya-Ausbrüchen – erstmals in Norditalien, ausgelöst durch eingeschleppte Mücken.

"Die klimabedingte Erwärmung sorgt auch in unseren Breiten für eine Zunahme der Asiatischen Tigermücke und erhöht damit das Risiko lokaler Ausbrüche", erklärt Virologin Gisa Gerold von der Medizinischen Universität Innsbruck.

„Die klimabedingte Erwärmung sorgt auch in unseren Breiten für eine Zunahme der Asiatischen Tigermücke.“

2025 wurden weltweit rund eine halbe Million Chikungunya-Fälle registriert – mehr als tausend davon in Europa.

Millionen-Projekt aus Innsbruck

Jetzt startet ein groß angelegtes EU-Forschungsprojekt unter Innsbrucker Führung: Seit 1. Mai leitet Gerold die "European-African Vaccine Initiative" (EAVI), die mit knapp 14 Millionen Euro aus dem Horizon-Europe-Programm gefördert wird.

In den kommenden fünf Jahren arbeiten Forschungseinrichtungen aus Afrika und Europa gemeinsam daran, Chikungunya besser zu bekämpfen – darunter Partner aus Kenia, Tansania, Schweden, Spanien, der Schweiz und das österreichische Impfstoffunternehmen Valneva.

Impfstoff soll Afrika schützen – und Europa helfen

Im Fokus steht ein bereits in Europa zugelassener Impfstoff, der nun erstmals dort getestet wird, wo das Virus seit Jahren zirkuliert: in Afrika.

Das Ziel: Sicherheit und Wirksamkeit direkt in betroffenen Bevölkerungsgruppen prüfen, um im Ernstfall rasch Impfkampagnen starten zu können. Paradox sei laut Gerold, dass der Impfstoff ausgerechnet dort noch nicht zugelassen ist, wo das Virus besonders oft auftritt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 03.06.2026, 15:51, 03.06.2026, 15:48
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