Google möchte mithilfe von Technik das Problem krankheitsübertragender Mücken in den Griff bekommen. Das Unternehmen hat bei der US-Umweltschutzbehörde EPA beantragt, bis zu 32 Millionen sterilisierte männliche Mücken in Kalifornien und Florida freizusetzen.
Die Aktion ist Teil des sogenannten Debug-Programms, das ursprünglich von Verily, einer Tochterfirma von Alphabet, ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, durch die Freisetzung von Mücken, die mit dem Bakterium Wolbachia infiziert sind, die Population der wildlebenden Mücken zu reduzieren.
Wie etwa der "Guardian" berichtet, prüft die EPA aktuell den Antrag. Während einer öffentlichen Einsichtsfrist, die bis zum 5. Juni läuft, können Bürger dazu Stellung nehmen, bevor über eine Freigabe entschieden wird.
Das Verfahren basiert auf der sogenannten sterilen Insektentechnik. Männliche Mücken, die mit Wolbachia-Bakterien behandelt wurden, können sich nicht mit wilden Weibchen fortpflanzen. Die Eier aus diesen Paarungen schlüpfen nicht, wodurch jede Generation kleiner wird.
Google konzentriert sich zunächst auf die Aedes-aegypti-Mücke, die Krankheiten wie Dengue, Zika, Gelbfieber und Chikungunya überträgt. Mithilfe von Sensoren und künstlicher Intelligenz sollen automatisierte Systeme entwickelt werden, um möglichst effizient nur männliche Mücken freizusetzen.
In Singapur zeigt das Debug-Projekt bereits Erfolge. Laut Google konnte dort die Population der Aedes-aegypti-Mücke um bis zu 90 Prozent verringert und die Zahl der Dengue-Fälle nach sechs bis zwölf Monaten um mehr als 70 Prozent reduziert werden. Das Unternehmen plant, das Programm in Asien weiter auszuweiten.