Der Sprung ins kühle Wasser gehört für viele zum perfekten Sommertag einfach dazu. Schnell noch Sonnencreme drauf, kurz einziehen lassen – und ab in den Pool, See oder ins Meer. Besonders beliebt: wasserfeste Sonnencremes, die selbst beim Schwimmen zuverlässig schützen sollen. Doch genau hier liegt ein großer Irrtum, denn wirklich wasserfest ist keine Sonnencreme.
Viele verlassen sich auf die Aufschrift "wasserfest" und glauben, damit stundenlang sorglos baden zu können. Tatsächlich ist der Begriff aber streng geregelt – und deutlich weniger spektakulär, als viele denken.
Nach EU-Vorgaben darf sich eine Sonnencreme nur dann "wasserfest" nennen, wenn nach zweimal 20 Minuten im Wasser noch mindestens die Hälfte des ursprünglichen Lichtschutzfaktors erhalten bleibt. Das bedeutet aber auch: Schon nach kurzer Zeit verliert der Schutz deutlich an Wirkung. Schweiß, Salzwasser, Chlor und das Abtrocknen mit dem Handtuch greifen den Schutzfilm zusätzlich an. Deshalb gilt selbst bei wasserfesten Produkten: regelmäßig nachcremen.
Viele unterschätzen, wie stark die UV-Strahlung auch im Wasser wirkt. Zwar fühlt sich die Haut durch die Abkühlung oft weniger belastet an, die Sonnenstrahlen treffen aber trotzdem intensiv auf den Körper.
Hinzu kommt: Wasseroberflächen reflektieren UV-Licht zusätzlich. Dadurch steigt die Belastung für Schultern, Rücken und Nacken noch weiter an. Ohne ausreichenden Sonnenschutz droht deshalb auch beim Schwimmen schnell ein Sonnenbrand. Experten empfehlen daher, Sonnencreme bereits rund 20 Minuten vor dem Baden aufzutragen, damit sie gut einziehen kann.
Neben dem Schutzfaktor geraten mittlerweile auch die Inhaltsstoffe vieler Sonnencremes in den Fokus. Vor allem manche chemische UV-Filter stehen in der Kritik. Substanzen wie Octocrylen, Homosalat oder Oxybenzon sollen nicht nur die Umwelt belasten, sondern könnten auch empfindliche Haut reizen. Einige Stoffe stehen zudem im Verdacht, hormonell zu wirken.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift deshalb zu mineralischen Sonnencremes. Besonders Zinkoxid gilt als hautfreundlich und schützt sofort nach dem Auftragen vor UV-Strahlen.
Gerade am Strand oder im Freibad ist die Haut mehreren Belastungen gleichzeitig ausgesetzt: intensive Sonne, Salzwasser, Chlor, Schweiß und Reibung durch Handtücher. Dermatologen empfehlen deshalb wasser- und schweißfeste Produkte mit hohem Lichtschutzfaktor – idealerweise LSF 50. Leichte Fluids, Sport-Sonnencremes oder schnell einziehende Sprays eignen sich besonders gut.
Für empfindliche Haut sind parfumfreie oder mineralische Varianten oft die bessere Wahl. Wer zusätzlich auf die Umwelt achten möchte, setzt auf sogenannte "reef-safe"-Produkte ohne problematische Inhaltsstoffe.
Ein Mythos hält sich besonders hartnäckig: Wer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwendet, wird nicht braun. Das stimmt allerdings nicht. Auch mit LSF 50 bekommt die Haut Farbe, nur langsamer und deutlich schonender. Der hohe Schutz verhindert vor allem Sonnenbrand und langfristige Hautschäden.
Wer am Abend duscht, merkt schnell: Wasserfeste Sonnencreme hält tatsächlich ziemlich hartnäckig auf der Haut. Genau das ist auch gewollt. Normales Wasser entfernt oft nur einen Teil des Schutzfilms. Deshalb bleiben Rückstände zurück, die kleben oder die Poren belasten können. Experten raten deshalb zu ölhaltigen Duschgels oder Reinigungsprodukten, die die Creme gründlich lösen.