Freitagvormittag in Schärding. Die Zapfsäulen sind gut besucht, viele Autofahrer beobachten genau die Uhr. Seit Montag gilt nämlich: Spritpreise dürfen nur noch dreimal pro Woche erhöht werden – am Montag, Mittwoch und Freitag jeweils um 12 Uhr.
Was als Entlastung gedacht war, sorgt vor Ort für Unmut. "Ich glaube, dass die neue Regelung keinen Sinn hat. Zudem, wer sollte die Tankstellenbetreiber kontrollieren?", sagt Fahrschulbesitzerin Clarissa Anwander-Breidt aus Schärding.
Auch Vatavu Costa sieht die Lage kritisch: "Die Spritpreise sind derzeit zu hoch. Ich hoffe aber trotzdem, dass die neue Regelung die Preise nach oben etwas stoppt beziehungsweise mindert."
Besonders deutlich wird Pensionist Alois Steffl aus Schardenberg. Er sagt: "Die Wirtschaft hat keinen Charakter mehr. Die von der Regierung angekündigten Maßnahmen nur dreimal in der Woche erhöhen zu dürfen, ist wieder nur eine Ankündigung, es wird sich nichts ändern."
Vor Ort im Innviertel zeigt sich auch ein weiteres Phänomen: Der Tanktourismus boomt. Autofahrer aus dem Ausland stehen Schlange, füllen sogar Kanister. Teilweise sind die Preise in Schärding aktuell viel günstiger als im benachbarten Bayern. Zahlreiche Autos mit Passauer Kennzeichen waren zu sehen, Kanister wurden abgefüllt.
Die neue Regelung selbst ist klar: Preiserhöhungen sind nur noch zu fixen Zeiten erlaubt. Laut Gesetz sollen die Anpassungen "unverzüglich" erfolgen – also genau zu Mittag. Doch genau das sorgt für Kritik. ÖAMTC-Experte Martin Grasslober hatte bereits gewarnt: "Es scheint, als ob diese Aufschläge höher sind als sonst."
Und der Freitag hat gezeigt, was das bedeutet: Punkt 12 Uhr schnellen die Preise spürbar nach oben – genau vor diesen heftigen Sprüngen haben Experten gewarnt. "Heute" war in Asten live dabei, als der Preissprung passierte.