Eine "Erneuerung an Haupt und Gliedern", die das Publikum "merken" wird – so beschreiben die aktuelle ORF-Chefin Ingrid Thurnher und ihr Nachfolger Clemens Pig das anstehende Sparprogramm im ORF. Wie berichtet wurden dem Rundfunk unlängst weitere 93 Millionen Euro an Vorsteuerkompensation weggekürzt. Und das "on top" zum laufenden Sparkurs.
Die Zukunft einiger Formate ist bereits geklärt – und sie sieht nicht rosig aus. Das stets kurz nach 20 Uhr gesendete "ZiB Magazin" auf ORF 1 wird mit Jahresende eingestellt. Laut "Kurier" ist diese Entscheidung bereits fix. Nachfolgen könnte ein knackiger Sportüberblick, das sei derzeit aber noch in Ausarbeitung.
Auch bei der "Millionenshow" wären namensgebend einige Millionen einzusparen. Armin Assinger könnte dem "Kurier" zufolge am Montag in seine allerletzte Staffel der Quizshow starten. "Die Sendung ist bis Sommer 2027 finanziert. Die Zukunft der Show danach ist Gegenstand allgemeiner langfristiger Planungen", so der ORF.
Doch damit dürfte die Streichliste noch lange nicht abgearbeitet sein. Besonders im Unterhaltungsbereich wird derzeit genau gerechnet. Teure Eigenproduktionen und große Shows stehen angesichts des zusätzlichen Millionenlochs besonders unter Druck. Welche Sendungen konkret getroffen werden, soll sich erst in den kommenden Monaten entscheiden.
Fest steht: Der Sparkurs wird für die Zuschauer nicht nur hinter den Kulissen spürbar sein. Thurnher hatte bereits zuvor angekündigt, dass anstehende Entscheidungen "weh tun" und Widerstand auslösen könnten. Nun muss der ORF noch einmal deutlich stärker auf die Kostenbremse steigen.
Dabei fällt der Umbau ausgerechnet in eine Phase des Führungswechsels. Thurnher führt den ORF nur noch bis Jahresende, mit 2027 übernimmt Clemens Pig. Der künftige Generaldirektor hat bereits ein neues Führungsteam zusammengestellt und muss nun gleichzeitig den Sender neu aufstellen und die zusätzlichen Einsparungen stemmen.
Wie groß der finanzielle Druck ist, zeigt der Streit mit der Bundesregierung. Wegen der Kürzungen hat der ORF sogar den Verfassungsgerichtshof angerufen. Eine Erhöhung des ORF-Beitrags schloss Thurnher zuletzt aus. Damit bleibt vor allem eines: Im Haus selbst muss gespart werden.
Für das Publikum könnten "ZiB Magazin" und "Millionenshow" deshalb erst der Anfang sein. Welche weiteren Sendungen dem Rotstift zum Opfer fallen, dürfte sich spätestens mit den Programmplanungen für die kommenden Jahre zeigen. Am Küniglberg beginnt jedenfalls eine neue Zeitrechnung – und die wird wohl mit deutlich weniger Geld auskommen müssen.