Für Armin Assinger und seine "Millionenshow" zeichnet sich das Ende einer langen ORF-Ära ab. Das Hauptabend-Quiz soll 2027 aus dem Programm genommen werden. Noch nicht entschieden ist laut "Kleine Zeitung" allerdings, ob bereits im Frühsommer Schluss ist oder die Sendung bis zum Jahresende weiterläuft.
Hinter der Entscheidung stehen offenbar auch finanzielle Überlegungen. Eine Ausgabe der in Köln produzierten "Millionenshow" kostet den ORF rund 200.000 Euro. Dort kann die Infrastruktur der RTL-Sendung "Wer wird Millionär?" genutzt werden.
Über ein Jahr gerechnet sollen sich die Kosten auf knapp fünf Millionen Euro belaufen. Dieses Budget wollen die ORF-Verantwortlichen laut Insider-Kreisen künftig verstärkt in Produktionen der österreichischen Film- und Fernsehbranche stecken. Das Geld würde damit nicht mehr an Endemol Shine Germany fließen.
Auch Armin Assinger kennt die konkreten Pläne der ORF-Spitze noch nicht. Der Kärntner übernahm die Sendung bereits 2002.
Zuletzt sagte er in einem Interview mit der "Kleinen Zeitung": "Ich kann ja nicht mehr tun als abwarten und Kaffee trinken in diesem Fall. Es wäre jedenfalls schade, weil wir am Montagabend einfach etabliert sind. Insofern bin ich natürlich gespannt, wie sich die Verantwortlichen im ORF entscheiden werden, bleibe aber selbstverständlich optimistisch."
Ganz so schnell verschwindet das Quiz jedenfalls nicht vom Bildschirm. Vier bis sechs Ausgaben, die im Spätherbst aufgezeichnet werden, sollen erst Anfang 2027 ausgestrahlt werden. Im kommenden Jahr sind zudem zumindest rund zehn weitere Produktionen geplant.
Eine wichtige Rolle bei den weiteren Planungen spielt der Wechsel an der Spitze der ORF-Programmdirektion. Michael Krön folgt mit 1. Jänner 2027 auf Stefanie Groiss-Horowitz.
Dann muss entschieden werden, ob die "Millionenshow" bereits mit Beginn der Sommerpause ab Mai endet oder noch bis Ende 2027 weiterläuft. Eine längere Laufzeit würde dem ORF auch mehr Zeit geben, einen Nachfolger für den Hauptabend am Montag zu entwickeln.
Dass das Aus im Laufe des Jahres 2027 kommt, scheint allerdings bereits festzustehen. Als Nachfolger soll dem Vernehmen nach kein anderes Quiz geplant sein.
Die "Millionenshow" blickt auf eine lange Geschichte zurück. Zu Beginn lief das Format sogar dreimal pro Woche - montags, freitags und samstags. Mittlerweile zeigt der ORF jährlich knapp 20 Ausgaben inklusive Promi-Specials.
Zu den Kosten kommen auch die Gewinne der Kandidaten. Diese fallen mittlerweile offenbar geringer aus. "die Leute riskieren mittlerweile deutlich weniger", wird ein Mitarbeiter in der "Kleinen Zeitung" zitiert. Die Millionenfrage wurde zuletzt im November 2020 richtig beantwortet.
Nach der heurigen Sommerpause kehrt Assinger am 14. September mit dem Quiz zurück. Bereits am 9. September wird eine Spezialsendung für die Sporthilfe mit Kandidaten wie Janine Flock aufgezeichnet. Ausgestrahlt wird diese am 12. Oktober.
Die bisher erfolgreichste Ausgabe des Jahres lief am 26. Jänner und erreichte durchschnittlich 556.000 Seher bei einem Marktanteil von 20 Prozent. Im Jahresschnitt waren 481.000 Zuschauer pro Folge dabei.
Gestartet war das Format bereits im Jahr 2000 mit Rainhard Fendrich als Moderator. Fix ist vorerst: Bis Mai 2027 können die Zuschauer jedenfalls noch mit Assinger um die richtigen Antworten rätseln.