Prozess des Jahres beginnt

ORF-Showdown vor Gericht – Weißmann will Millionen

Ex-ORF-Chef Roland Weißmann zieht gegen seinen früheren Arbeitgeber vor Gericht. Er will seine Wiedereinstellung und knapp vier Millionen Euro.
Christian Tomsits
11.08.2026, 05:30
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Startschuss in eine äußerst spannende Woche für den heimischen Staatsfunk – und ganz Österreich schaut zu: Gegen Mittag triff der frühere Generaldirektor Roland Weißmann (58) am Arbeitsgericht in Wien auf seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Der Ex-Generaldirektor bekämpft vor dem Arbeits- und Sozialgericht seine Kündigung durch den ORF, wird laut "Heute"-Infos persönlich vor Ort erscheinen. Für ihn steht viel auf dem Spiel: Weißmann will erreichen, dass sein Dienstverhältnis fortgesetzt wird – und damit zurück in den ORF.

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Für Weißmann, der bekanntlich der sexuellen Belästigung bezichtigt und von Nachfolgerin Ingrid Thurnher gekündigt wurde, geht es nicht nur um seinen Ruf, seinen Ex-Job – sondern auch um Bares. Ganze vier (!) Millionen Euro fordert der Ex-Grande vom ORF.

Der Betrag setzt sich aus Schadenersatzforderungen und entgangenem Gehalt der ersten und einer etwaigen zweiten Amtszeit zusammen, die vor dem ORF-Skandal als ziemlich wahrscheinlich galt. Die Belästigungsvorwürfe gegenüber einer ORF-Mitarbeiterin weist der frühere ORF-Chef zurück – er geht juristisch selbst in die Offensive und erstattete Anzeige gegen die Frau und deren Anwalt wegen des Verdachts der Erpressung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Weißmann fährt eine klare Linie: Das Bild, das rund um seinen Rücktritt entstanden sei, halte einer näheren Betrachtung nicht stand. Sein Anwalt Oliver Scherbaum spricht sogar von einem "skandalösen" Umgang des ORF mit seinem Mandanten. Entscheidend: Im ORF-Compliance-Bericht wurde keine sexuelle Belästigung festgestellt.

Doch der ORF dürfte sich gegen Weißmanns Rückkehr mit aller Kraft wehren und Licht ins Dunkel des beispiellosen Skandals bringen. Und auch die Betroffene fordert selbst per Verfahren Schadenersatz und will von der Gleichbehandlungskommission feststellen lassen, dass sie von ihrem damaligen Vorgesetzten doch sexuell belästigt wurde.

Eine rasche Entscheidung im arbeitsrechtlichen Verfahren gilt als unwahrscheinlich. Besonders heikel ist die Höhe der finanziellen Forderung von Weißmann. Der ORF könne einer Zahlung von knapp vier Millionen Euro nicht ohne Weiteres zustimmen. Eine derartige Summe müsste vom ORF-Stiftungsrat abgesegnet werden.

Dem Vernehmen nach soll der öffentlich-rechtliche Sender bereit sein, gesetzliche Ansprüche von rund zahlreiche Zeugen aussagen sollen, ordentlich Schmutzwäsche gewaschen wird.  Parallel zum unrühmlichen Schauspiel vor Gericht stehen beim ORF die nächste wichtige Personalentscheidung an. Die vier Hauptdirektoren unter dem neuen ORF-Generaldirektor Clemens Pig werden in etwa gleichzeitig abgenickt.

Michael Krön kümmert sich künftig um "Programm und Brands", "Audience und Plattformen wird von Angelika Simma-Wallinger betreut. Für "Finanzen und Verwaltung" soll Silvia Lieb zuständig sein – technischer Direktor bleibt Harald Kräuter.

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