28-Jähriger nun in U-Haft

Wiener Firmenchef lieferte Maschinen für Putins Krieg

Die DSN deckte ein internationales Netzwerk zur Umgehung von Russland-Sanktionen auf. Im Zentrum steht eine Wiener Firma.
Newsdesk Heute
10.08.2026, 15:11
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Ein Unternehmen mit Sitz in Wien soll über Jahre Industriegüter für russische Rüstungsunternehmen beschafft haben. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) deckte nach eigenen Angaben ein internationales Netzwerk auf, mit dem EU-Sanktionen gegen Russland umgangen worden sein sollen. Der 28-jährige Geschäftsführer wurde festgenommen.

Laut den Ermittlungen wurde die Wiener Firma gezielt gegründet, um sanktionierte CNC-Maschinen und Spezialwerkzeuge für die Metallverarbeitung nach Russland zu liefern. Zur Verschleierung der Lieferwege sollen Firmen in der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Hongkong, Belarus, Kirgisistan, Südkorea, Polen und Litauen eingesetzt worden sein.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Mit gefälschten End-User-Certificates wurde europäischen Herstellern laut DSN vorgetäuscht, die Waren würden in Drittstaaten verbleiben. Tatsächlich sollen sie für Unternehmen bestimmt gewesen sein, die dem russischen Staatskonzern ROSTEC zugeordnet werden. Die Güter wurden nach bisherigem Ermittlungsstand unter anderem zur Herstellung von Triebwerken für Marschflugkörper und Kampfflugzeuge sowie weiterer militärischer Ausrüstung verwendet.

Lieferungen um mehr als 3,3 Millionen Euro

Die Auswertung der Ermittler ergab, dass bereits seit 2019 Industriegüter für russische Militärnutzer beschafft wurden. Nach der Verschärfung der Sanktionen liefen die Lieferketten über Drittstaaten, insbesondere Hongkong und die Türkei. Seit 2022 wurden Lieferungen im Wert von mehr als 3,3 Millionen Euro an russische Rüstungsunternehmen nachgewiesen. Der in Österreich erzielte Umsatz lag bei mehr als 700.000 Euro.

Am 20. August 2025 wurden auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien mit Unterstützung der WEGA und des Landesamts für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung Wien vier Objekte gleichzeitig durchsucht. Rund 40 Datenträger wurden sichergestellt.

Geschäftsführer festgenommen

Nachdem sich Hinweise ergeben hatten, dass die Aktivitäten fortgesetzt werden sollten, ordnete die Staatsanwaltschaft die Festnahme des Hauptverdächtigen an. Am 13. Mai 2026 wurde der 28-jährige Geschäftsführer und Miteigentümer der Firma, ein belarussischer Staatsbürger, festgenommen.

Gleichzeitig wurden sanktionierte CNC-Maschinen und Spezialwerkzeuge im Wert von rund 140.000 Euro sichergestellt. Der 28-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft.

"Dieser Fall zeigt, mit welchem Aufwand internationale Netzwerke versuchen, bestehende Sanktionen zu umgehen. Der österreichische Verfassungsschutz arbeitet gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern daran, solche Strukturen frühzeitig zu erkennen und konsequent zu zerschlagen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Durchsetzung der europäischen Sanktionsregelungen", sagt DSN-Direktorin Sylvia Mayer.

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