Michael Matt rettete als Zwölfter die ÖSV-Ehre beim Klassiker auf der Canalone Miramonti im Weltcup-Traditionsort, war neben Johannes Strolz (17.) einer von nur zwei Österreichern, die es überhaupt ins Endklassement geschafft hatten. Platz zwölf für den besten Österreicher ist das schlechteste rot-weiß-rote Saisonergebnis im Slalom. Und ein deutliches Zeichen dafür, dass die ÖSV-Topstars den Anschluss an die Weltspitze verloren haben. Das zeigte schon der erste Durchgang, in dem Manuel Feller als 14. noch der beste heimische Läufer war, in der Entscheidung dann ausschied – auf dem tückisch gesteckten Kurs des ÖSV-Trainers Robert Füß.
"Damit können wir nicht zufrieden sein. Michi Matt hat phasenweise sehr schnelle Schwünge gezeigt, Manuel Feller war sicher in Schlagdistanz zum Podium, hat alles reingehaut im Steilhang, wo er zu viel riskiert hat. Das Limit ist brutal nach oben gegangen. Jeder fährt letzte Rille und wir sind teilweise wahrscheinlich zu brav unterwegs", kritisierte ÖSV-Herren-Cheftrainer Marko Pfeifer nach dem Rennen im "ORF" seine Slalom-Stars.
"Wir wissen ja, woran es liegt. Daran wurde auch gearbeitet. Aber es gelingt uns nur phasenweise. Und jedes Rennen, in dem es nicht gelingt, nagt ein bisschen am Selbstvertrauen", meinte Pfeifer. Nun würde es im Weltcup aber ohnehin Schlag auf Schlag gehen. Adelboden, Wengen, Kitzbühel, Schladming. Und dann steht ohnehin bereits Olympia auf dem Programm.
"Es geht nur mit Vollgas. Es wird sehr frech, sehr kurz gefahren, wird immer brutaler. Und wenn du das nicht von oben bis unten durchziehst, sondern ein bisschen mit Reserve fährst, dann wirst du gleich durchgereicht", erklärte der ÖSV-Cheftrainer weiter.
Gleichzeitig kritisierte der ÖSV-Cheftrainer aber auch die "teilweise zu leichten" Läufe bei Weltcuprennen. "Für einen Weltcup gehören auch ein bisschen schwierigere Kurssetzungen her", so Pfeifer. Etwa das, was Füß im zweiten Lauf gesteckt hatte, neun der 30 Läufer sahen das Ziel nicht.