Die Situation ist heikel: In Oberösterreich wurden im ersten Quartal 2026 deutlich mehr Insolvenzanträge gestellt als im Vorjahreszeitraum – und viele sind dabei so klamm, dass nicht einmal mehr ein Insolvenzverfahren möglich ist. Das zeigt die aktuelle Statistik des Alpenländischen Kreditorenverbands (AKV).
Im ersten Quartal 2026 wurden demnach 249 Insolvenzanträge gestellt – ein Plus von 14,22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig wurden aber weniger Verfahren eröffnet: nur 119 Fälle, ein Rückgang von über zehn Prozent.
Der Grund ist brisant: Die Zahl der abgewiesenen Verfahren schoss massiv nach oben. 130 Anträge wurden abgelehnt – ein Plus von fast 53 Prozent. Dazu kommt es, "wenn entweder kein ausreichendes Vermögen zur Deckung der Verfahrenskosten vorhanden ist oder keine Zahlungsunfähigkeit festgestellt wird", so der AKV.
Heißt konkret: Bei vielen Firmen ist nicht einmal mehr Geld für das Verfahren da. Besonders hart traft es Branchen, die viele Oberösterreicher direkt betreffen. Am meisten Pleiten gab es im Handel und bei Kfz-Betrieben (40 Fälle), gefolgt vom Bau (33) und der Gastro (19).
Für Aufsehen sorgen auch mehrere Millionenpleiten in Oberösterreich: Laut AKV liegt die Linzer IQ Card Vertriebs GmbH mit rund 12 Millionen Euro Schulden vorne. Es folgen die imatec Distributions GmbH aus Traun mit mehr als 9 Millionen Euro und die Linzer ImmoWerte GmbH mit rund 8,5 Millionen Euro Schulden.
Nicht nur Unternehmen geraten unter Druck. Auch bei Privatpersonen steigen die Zahlen: 348 Menschen mussten Insolvenz anmelden, insgesamt geht es um Schulden von mehr als 53 Millionen Euro. Im Schnitt sind das rund 153.000 Euro pro Person.