Der tragische Unfall ereignete sich am Sonntagmorgen in der Nähe des Dorfes Witowo. Eine Bisonherde überquerte gerade die Bahngleise, als ein Zug der Linie "Zubr" – was auf Polnisch ironischerweise "Bison" bedeutet – drei der Tiere erfasste und tötete.
Die rund 50 Passagiere an Bord des Zuges zwischen Bialystok und Warschau blieben unverletzt. Der Zug entgleiste nicht und konnte seine Fahrt nach etwa eineinhalb Stunden Verspätung fortsetzen.
Der Bialowieza-Wald an der Grenze zwischen Polen und Belarus gilt als letzter Urwald Europas und zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe. In dem geschützten Gebiet leben etwa 1.200 wilde europäische Bisons.
Die mächtigen Tiere, deren Bullen bis zu 900 Kilogramm schwer werden können, waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast ausgestorben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Art in Bialowieza gezielt wieder angesiedelt.
Der polnische Säugetierexperte Rafal Kowalczy zeigte sich überrascht. "Normalerweise sind das Einzelfälle. Ich kann mich nicht an einen Unfall erinnern, bei dem drei Bisons gleichzeitig von einem Zug überfahren wurden", sagte er.