Ein Vorfall am Bahnhof Hengsberg sorgt für Entsetzen. Eine 52-jährige Zugbegleiterin wurde von einem Mann aus dem Zug gestoßen und erlitt dabei schwere Verletzungen – darüber berichtet am Mittwoch die "Kleine Zeitung".
Der Täter, ein 41-jähriger Slowake, war alkoholisiert und ohne Ticket unterwegs. Als er am Bahnhof in den Zug wollte, verweigerte die Zugbegleiterin den Einstieg. Kurz darauf eskalierte die Situation.
Laut ihrer Aussage vor Gericht griff der Mann sie massiv an. "Der Mann hat mich mit der Stirn gegen die Zugtür geknallt. Dann packte er mich, riss mich mit einem Schleudergriff weg. Dann stürzte ich bei offener Tür hinunter, krachte mit dem Fuß auf und konnte mich nicht mehr bewegen. Ich hatte sofort starke Schmerzen", erklärte die Zugbegleiterin laut "Kleine Zeitung".
Die Frau fiel über die ausgefahrenen Einstiegstreppen auf den Bahnsteig. Die Folgen waren dramatisch. "Wir haben in diesem Fall extreme Tatfolgen, der Unterschenkel der Frau wurde total zertrümmert. Sie erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch", wird Richter Hanspeter Draxler im Prozess von der Tageszeitung zitiert.
Der Angeklagte zeigte sich teilweise geständig. "Es tut mir leid. Es war keine Absicht, sie zu verletzen. Ja, ich hab‘ sie geschupft, es ist passiert", sagte er laut "Kleine Zeitung" vor Gericht. Nach der Tat flüchtete der Mann, konnte jedoch wenig später auf einem Hochsitz in der Nähe festgenommen werden.
Bereits zuvor war der 41-Jährige auffällig geworden. Am Grazer Hauptbahnhof raubte er laut dem Bericht einem Passanten ein Brötchen um 2,99 Euro. "Ich wollte mein Brötchen nicht mit meinem Leben verteidigen, ging deshalb davon. Ich sah aber, wie er es aufhob und sofort verspeiste", gab das Opfer zu Protokoll. Der Angeklagte sagte dazu: "Geständig."
Auch zwei Tage vor der Attacke war der Mann ohne Fahrschein unterwegs. Laut Anklage soll er dabei einen Zugbegleiter bedroht haben. Der Beschuldigte weist das zurück: "Nicht geständig", mit dem Tode drohe er nicht, wird der Mann in der "Kleinen Zeitung" zitiert.
Die Gewerkschaft sprach laut der Tageszeitung nach dem Vorfall von einer "dramatischen Eskalation von Gewalt gegen Beschäftigte bei den Eisenbahnen" und fordert mehr Schutz für Personal und Fahrgäste.
Das Gericht verurteilte den Slowaken schließlich zu zwei Jahren Haft. Angesichts der Schwere der Verletzungen und seiner Vorstrafen fiel das Urteil entsprechend deutlich aus. Der Verurteilte nahm es gelassen hin. "Alles gut", sagte er laut "Kleine Zeitung".