Abzocke bei Fußball-WM

Zugticket zum WM-Stadion kostet plötzlich 100 Dollar

Bei der Fußball-WM sollen Fans für die Zugfahrt zum Stadion plötzlich 100 statt bisher 12,90 Dollar zahlen. Dabei macht die FIFA Milliardengewinne.
Nick Wolfinger
17.04.2026, 07:11
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Abzock-Alarm in den USA: Wer bei der Fußball-WM (ab 11. Juni) mit dem Zug von New York zum MetLife-Stadion in New Jersey fährt, soll für die rund 60-minütige Fahrt statt bisher 12,90 unglaubliche 100 Dollar hinblättern.

Dort findet etwa das Achtelfinale sowie das Finalspiel statt. Damit geht das Organisationskomitee den komplett gegenteiligen Weg im Vergleich zu früheren Weltmeisterschaften, wo die Öffis für Ticketbesitzer meist gratis waren.

Steuerzahler sollen nicht auf Kosten sitzenbleiben

Grund seien die hohen Kosten, die für die Durchführung des Events auf die Kommunen zukommen, rechtfertigt sich die Gouverneurin von New Jersey für die Pläne. "Mir war es besonders wichtig, sicherzustellen, dass der Transport nicht auf Kosten der Steuerzahler geht", so Mikie Shirrill (Demokraten).

Laut Recherchen des Magazins "The Atlantic" kommen allein auf den Verkehrsverbund von New Jersey, NJ Transit, rund 48 Millionen Dollar Kosten für die Bereitstellung von zusätzlichen Zügen und Shuttlebussen zu. Diese sollen mit der Versiebenfachung des Ticketpreises direkt an die Sport-Touristen abgewälzt werden.

Fans fühlen sich abgezockt

Fans sind empört. "Man fühlt sich fast betrogen", zitiert das Magazin aus einem Fußballforum. Denn die Tickets für die Spiele sind längst verkauft – jetzt soll einem auf dem Weg ins Stadion noch der letzte Cent aus der Tasche gezogen werden.

Dabei rechnet der WM-Veranstalter FIFA mit Einnahmen von rund 11 Milliarden US-Dollar bei Ausgaben von nur 3,5 Milliarden Dollar. Trotz diesem Milliardengewinn bleiben Städte offenbar auf Kosten für Sicherheit und Transport sitzen.

Druck auf FIFA wächst

Ronan Evain, Geschäftsführer von Football Supporters Europe, fordert daher von der FIFA, "sicherzustellen, dass die Fans zu einem fairen Preis zu den Spielen reisen können".

"Diese Preise völlig beispiellos und werden die finanzielle Belastung für die Gäste erheblich erhöhen", kritisiert er. "Diese Ankündigungen in letzter Minute sind einfach nur Hohn und Spott, gerade jetzt, wo die meisten Fans ihre Reise bereits gebucht haben und ihnen nichts anderes übrig bleibt, als mehr zu bezahlen", erklärte er gegenüber "The Atlantic".

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