Große Erschütterung

Zwei Tote am Linzer Bahnhof – Szene trauert um "Prinz"

Am Linzer Hauptbahnhof starben binnen vier Monaten zwei Menschen aus der Drogenszene - zuletzt ein 38-Jähriger, der als "Prinz von Linz" galt.
Oberösterreich Heute
24.04.2026, 04:00
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Der Linzer Hauptbahnhof sorgt erneut für traurige Schlagzeilen. Wie die "Krone" berichtet, sind innerhalb von nur vier Monaten zwei Menschen aus dem Junkie- und Obdachlosenmilieu gestorben. Nach dem Tod einer 19-Jährigen im Jänner traf es nun einen 38-Jährigen - in der Szene als "Prinz von Linz" bekannt.

Der Mann wurde am 4. April bewusstlos am Bahnhofsvorplatz gefunden. Sein Puls war schwach, Notärzte kämpften um sein Leben. Nach der Reanimation kam er ins Spital, doch zwei Tage später starb er. Zunächst kursierten Gerüchte über eine mögliche Attacke.

Mittlerweile herrscht Klarheit: Laut Staatsanwaltschaft gibt es keinen Hinweis auf Fremdverschulden. Die Obduktion ergab, dass der Mann an den Folgen von Alkoholmissbrauch starb.

Die Trauer unter Helfern und Wegbegleitern ist groß. "Christoph war ein Mensch, den man einfach gernhaben musste", wird Walter Kreische von der Obdachlosenhilfsaktion in der "Krone" zitiert. In Nachrufen wird der 38-Jährige als herzlich, ehrlich und humorvoll beschrieben - trotz eines Lebens voller Rückschläge.

Obdachlosenhilfsaktion sieht größeres Problem

Kreische sieht hinter den Tragödien ein größeres Problem. Obdachlose würden in der Stadt zunehmend verdrängt, die Hilfe reiche nicht aus. In Linz gebe es zu wenig Schlafplätze, gleichzeitig steige die Zahl der Bedürftigen. Seine Organisation betreut fast 1.000 Menschen mit Lebensmitteln und Kleidung.

Schon im Jänner war eine 19-Jährige nach einer Überdosis am Bahnhof zusammengebrochen und gestorben. Für viele zeigt sich: Der Bahnhof ist längst ein sozialer Brennpunkt geworden.

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