Nepalesische Arbeiter

12. Juni 2019 08:38; Akt: 12.06.2019 12:24 Print

1.426 Tote auf Baustellen für WM 2022 in Katar

Unfassbar. 1.426 nepalesische Arbeiter sollen bei den Bauarbeiten für die Fußball-WM 2022 in Katar schon ums Leben gekommen sein.

Eine der Baustellen für die Fußball-WM 2022 in Katar. (Bild: imago sportfotodienst)

Eine der Baustellen für die Fußball-WM 2022 in Katar. (Bild: imago sportfotodienst)

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Eine erschütternde Dokumentation zeigt, wie in Katar mit Menschenleben umgegangen wird. Reporter des deutschen Senders WDR recherchierten rund um die Fußball-WM 2022 in Katar.

Im Zentrum der Recherchen standen nicht etwa die Kritikpunkte des Austragungszeitpunktes im Dezember oder die Geldflüsse bei der Vergabe. Es geht um Menschenleben.

Heuer schon 111 Tote

1.426 davon hätten rund um die Bauarbeiten schon ein viel zu frühes Ende gefunden – nepalesische Arbeiter, die bei den Bauarbeiten für die WM-Stadien verstarben. Allein in diesem Jahr seien schon 111 Gastarbeiter ums Leben gekommen.

Rund zwei Millionen Gastarbeiter sind im Einsatz. Die Bedingungen sind erschreckend. Mit versteckter Kamera zeigten die Journalisten auf. Ein Nepalese sagte dem Team: "Insgesamt sind wir 125 Arbeiter, die hier festsitzen. Wir sind gefangen. Jeden Tag ernähren wir uns von Wasser und Brot. Ohne Geld können wir uns nichts anderes leisten."

Lohn bleibe aus, die Unterkünfte seien miserabel, die Pässe der Arbeiter würden zurückgehalten. "Monat für Monat verschlechtert sich unsere Situation. Ich kann einfach nicht mehr. Ich will nur noch nach Hause. Aber wir können nicht mal unsere Familien in Nepal anrufen."

Nachsatz: "Manchmal stelle ich mir die Frage, ob es nicht besser wäre, tot zu sein."

Viele seiner Mitarbeiter hat dieses Schicksal bereits ereilt. Die häufigsten Ursachen: plötzlicher Herztod, Erschöpfung, mangelnde Sicherheit auf den Baustellen. "Einmal wurden sieben von uns im Büro der Firma einfach so verprügelt. Und wenn wir krank waren, durften wir nicht im Bett bleiben, sondern mussten als Strafe raus in die Hitze."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pz am 12.06.2019 11:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absagen

    Wo bleibt da die UNO Eingreifen das Land verurteilen und die WM absagen oder gibt es wieder Hilfe

  • wolf198 am 12.06.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Man geht über Leichen

    Solche Menschen verachtende Spiel gehören einfach boykottiert! Die Europäischen Vereine sollten unbedingt ihre Teilnahme absagen! Die qualifizierten Länder eine kleine WM in Europa abhalten!

  • Opium F. Volk am 12.06.2019 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Übelst...

    Aja...dann liest man ja dauernd, wie diese Kicker irgendwelche Goldsteaks fressen oder neue Autos spazierfahren... Perversion, anders kann man es nicht bezeichnen!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Roman Polz am 12.06.2019 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    herr

    so eine Sauerei! da gibts nur eins. spiele abblasen. da war Moskau mit Dopingskandal direkt harmlos! da wurde wenigstens nicht gestorben!

  • robsi am 12.06.2019 16:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boykott

    Warum gehen überhaupt noch Leute ins Stadion und schauen den Protzern auch noch zu. Boykott wäre die einzig richtige Reaktion. Alle die dort spielen, sind am Elend dort mitverantwortlich.

  • KARIN am 12.06.2019 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauwerke fuer Sport

    Furchtbar da sterben Menschen und keinen Interesierts ..wird die Not der Menschen brutal ausgenuezt.

  • Sandra am 12.06.2019 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fachkräfte

    Solche Spezialisten sind auch zu uns ab 2015 hereingeströmt. Aber sie arbeiten nichts, daher keine Unfälle.

    • KARUN am 12.06.2019 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sandra

      Das kqnn man in keinster Weise vergleichrn schicken Geld an die Familie .

    einklappen einklappen
  • Fritz am 12.06.2019 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch bei uns....

    Die dahinterstehende Ideologie (aka Religion) breitet sich auch hierzulande aus.