"Nur vermisst"

19. April 2019 13:20; Akt: 19.04.2019 17:58 Print

Lawinen-Drama: Außenamt dementiert Todesmeldung

Medienberichte, denen zufolge das Außenministerium den Tod der zwei vermissten österreichischen Kletterer bestätigte, sind falsch, so Außenamtssprecher Guschelbauer zu "Heute.at".

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Nachdem die zwei österreichischen Kletterer David Lama und Hansjörg Auer am Donnerstag in Kanada wahrscheinlich von einer Lawine verschüttet worden sind, meldeten mehrere Medien am Freitag, dass das Außenministerium den Tod der beiden bestätigte. "Das ist falsch. Es liegt bisher nur eine Bestätigung vor, dass sie vermisst sind", sagte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer gegenüber "Heute.at" auf Anfrage.

Das Radio Ö3 hatte zuerst unter Berufung auf das Außenministerium berichtet, dass der Tod der beiden Profi-Kletterer bestätigt sei. Eine solche Bestätigung gibt es aber bisher nicht, stellte Guschelbauer klar.

Zwar besteht kaum noch Hoffnung darauf, die beiden Österreicher sowie einen US-Amerikaner lebend zu finden, eine Bestätigung ihres Todes kann es aber nur geben, falls die Leichen der Männer geborgen und identifiziert sind.

Der Rettungseinsatz in Kanada musste allerdings aufgrund der anhaltenden hohen Lawinengefahr vorübergehend unterbrochen werden.

Extrem gefährlicher Howse Peak

Die Profi-Kletterer David Lama, Hansjörg Auer und Jess Rosskelley wurden im idyllischen Kanada von einer Lawine verschüttet. Die Behörden gehen davon aus, dass das Trio das Unglück nicht überlebt hat.

Passiert ist der wahrscheinlich tödliche Lawinen-Abgang im Banff National Park an der Grenze der beiden kanadischen Bundestaaten British Columbia und Alberta, unweit des Ski-Weltcup-Orts Lake Louise.

Der Howse Peak ist mit 3,295 Metern einer der höchsten Berge in den Waputik Mountains, ein Ausläufer der kanadischen Rocky Mountains. Er gilt als extrem schwierig zu besteigen, mit vielen Eis- und Felsenfeldern.

Das Kletterer-Trio wollte die absolut gefährlichste Route "M16" auf den Gipfel nehmen und wurde dort von einer Lawine überrascht. Rettungskräfte konnten noch nicht in das Gebiet vordringen, zu groß ist die Lawinengefahr.


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  • Metatron am 19.04.2019 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reinhold Messner

    Der Unfall zeige einmal mehr, dass das traditionelle Bergsteigen, bei dem man sich in die absolute Wildnis begebe und dabei alles selbst mache, wahnsinnig gefährlich sei. Es handelt sich dann nicht mehr um eine Frage des Könnens, sondern von Glück und Unglück, meinte Messner. Von den Weltbesten, die sich in diesem Bereich bewegen, komme die Hälfte ums Leben - dies sei schon immer so gewesen.

  • Stary Vlk am 19.04.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Altes Sprichwort:

    'Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um'.

  • Rudi am 19.04.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Auf den Punkt gebracht

    Was unterscheidet einen Alpinisten von einem Sportkletterer? Der Alpinist ist mit den Gefahren am Berg (auf)gewachsen, ist darin geschult und er wird alles tun, um Unfälle zu vermeiden. Der Sportkletterer, der sich überwiegend in Boulder- oder in Kletterhallen auf spezielle Routen vorbereitet, unterschätzt die Gefahren oder nimmt diese bewusst in Kauf. Solche Grenzgänger riskieren nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das der anderen. Das hat Gott sei Dank nichts mit Alpinismus zu tun. 'Bezahlte Effekthascherei', so hat es eine bekannte Persönlichkeit auf den Punkt gebracht

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  • Rudi am 19.04.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

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    Was unterscheidet einen Alpinisten von einem Sportkletterer? Der Alpinist ist mit den Gefahren am Berg (auf)gewachsen, ist darin geschult und er wird alles tun, um Unfälle zu vermeiden. Der Sportkletterer, der sich überwiegend in Boulder- oder in Kletterhallen auf spezielle Routen vorbereitet, unterschätzt die Gefahren oder nimmt diese bewusst in Kauf. Solche Grenzgänger riskieren nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das der anderen. Das hat Gott sei Dank nichts mit Alpinismus zu tun. 'Bezahlte Effekthascherei', so hat es eine bekannte Persönlichkeit auf den Punkt gebracht

  • Stary Vlk am 19.04.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Altes Sprichwort:

    'Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um'.

  • Metatron am 19.04.2019 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reinhold Messner

    Der Unfall zeige einmal mehr, dass das traditionelle Bergsteigen, bei dem man sich in die absolute Wildnis begebe und dabei alles selbst mache, wahnsinnig gefährlich sei. Es handelt sich dann nicht mehr um eine Frage des Könnens, sondern von Glück und Unglück, meinte Messner. Von den Weltbesten, die sich in diesem Bereich bewegen, komme die Hälfte ums Leben - dies sei schon immer so gewesen.