Doping-Skandal

03. März 2019 14:17; Akt: 03.03.2019 14:55 Print

Gandler will Namen, sonst folgt Klage gegen Dürr

Der Doping-Skandal rund um die Seefeld-WM wird zur Schlammschlacht. Noch-Chef Markus Gandler droht Johannes Dürr mit einer Klage.

Bildstrecke im Grossformat »
Österreichs Wintersport kommt nicht zur Ruhe. Im Rahmen der nordischen Ski-WM in Seefeld kam es zu einem Doping-Skandal. Nicht der erste in der jüngeren ÖSV-Geschichte. Ein Überblick in Bildern. Bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City werden in einem ÖSV-Langlauf-Quartier Geräte für Bluttransfusionen gefunden. Sportdirektor Walter Mayer wird bis 2010 von Olympia ausgeschlossen. führen, im Zuge der Olympischen Winterspiele in Turin, italienische Carabinieri in den Quartieren der Biathleten und Langläufer Doping-Razzien durch. Pikant: Der eigentlich gesperrte Walter Mayer ist vor Ort. Wolfgang Rottmann (l.), Wolfgang Perner, Martin Tauber, Jürgen Pinter und Johannes Eder werden in der Folge lebenslänglich für Olympia gesperrt. wird Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann wegen Anwendung einer verbotenen Methode für zwei Jahre gesperrt. Er beendet daraufhin seine Karriere. Später wurde ihm die Beteiligung am Besitz und Betrieb einer Blutzentrifuge vorgeworfen. wird bei Langläufer Johannes Dürr, bei einer Trainingskontrolle in Österreich vor dem olympischen 50-km-Rennen, EPO nachgewiesen. Er ist geständig und wird nicht nur aus dem ÖOC-Team, sondern auch aus dem ÖSV ausgeschlossen. ÖSV-Langläufer Harald Wurm wird für vier Jahre gesperrt. Der Tiroler habe gegen diverse Anti-Doping-Bestimmungen verstoßen, so habe er unter anderem auch die von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verbotene Substanz Kobalt besessen und verwendet. Weiters habe er "intravenöse Infusionen und/oder Injektionen von mehr als 50 ml innerhalb eines Zeitraums von sechs Stunden" angewandt. Bei einer Doping-Razzia während der Nordischen Ski-WM in Seefeld gab es insgesamt neun Festnahmen. Unter den des Dopings verdächtigten Sportlern sind auch die ÖSV-Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke. Die Ermittlungen laufen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Doping-Skandal rund um die Nordische Ski-WM in Seefeld schlägt hohe Wellen. Die beiden ÖSV-Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf wurden überführt.

Verbandspräsident Peter Schröcksnadel trennte sich in einer ersten Reaktion vom Nordischen Chef Markus Gandler.

Selbiger war am Sonntag zu Gast bei "Frühstück bei mir" in "Ö3", sprach dort offen über die jüngsten Enthüllungen. Pikant: Gandler wehrte sich vor allem gegen die Anschuldigungen von Dopingsünder Johannes Dürr.

Dürr war bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 aufgeflogen, hatte mit seinen Aussagen in einer "ARD"-Dokumentation den Stein im Vorfeld der Seefeld-Festnahmen ins Rollen gebracht. Was Gandler ärgert: Dürr hatte im Jänner auch verraten, dass er auch von Personal des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) bei unerlaubten Praktiken unterstützt worden sei.

Gandler fordert Namen

Gandler forderte nun Namen von Dürr, drohte ihm mit einer Klage. Er habe schon Kontakt zu seinem Anwalt aufgenommen.

"Dürr soll endlich sagen, wen er meint. Das hat er bis heute nicht getan. Er redet von einem ÖSV-Betreuer - entweder ist es ihm rausgerutscht oder es gibt diesen Menschen, kann ja durchaus sein. Vielleicht hat es auch Betreuer gegeben, die wissend waren, die ihm geholfen haben. Aber dann muss er die Namen nennen."

"Weil ich will das endlich weghaben. Ich bin ja auch ein ÖSV-Betreuer. Und dieser Klage werden sich viele Trainer anschließen, dann muss er es sagen. Das kommt noch – ob ich jetzt noch im ÖSV bin oder was ich immer tue – das kommt. Ich lasse mir das nicht gefallen."

Gandler beteuerte, dass er selbst von nichts gewusst habe. Auch im Fall Hauke / Baldauf nicht: "Ich schwöre bei meinem verstorbenen Opa, der mir über alles geht, dass ich nichts Falsches in meinem Leben gemacht habe."


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(Heute Sport)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.