Nordische WM in Seefeld

27. Februar 2019 15:43; Akt: 27.02.2019 16:59 Print

Doping-Aktion "Aderlass": Ermittler nennen Details

Die Nordische Ski-WM in Seefeld versinkt im Doping-Skandal. Fünf Athleten – darunter zwei Österreicher – wurden festgenommen.

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Wer dopt, und warum? Die Ausreden reichen von kurios bis absurd. "Heute" hat eine Auswahl der besten Begründungen. Der aktuelle Spring-Weltmeister wurde bereits einmal mit einem erhöhten Testosteronwert getestet. Er meinte: "Ein Betreuer hat mich mit einer Salbe eingerieben. Er hatte vorher Ärger mit mir und wollte mir Probleme machen." "Der Asthma-Inhalator meiner Mama ist explodiert. Vor Schreck hab ich 'huch' gesagt und wohl versehentlich etwas inhaliert", gestand die deutsche Mountainbikerin 2007. "Ich habe nach einem Einbruch zu viel Whiskey getrunken", ist die Sauf-Ausrede des ehemaligen Tour-Siegers. Dem Rad-Profi wurde auf der Tour nach einem Sturz Fremdblut-Doping durch eine Bluttransfusion nachgewiesen. "Die Sturzverletzungen haben die Blutembolie ausgelöst", glaubt er. "Mit ist das Krebsmittel meiner Mutter in das Essen gefallen", erklärt der Tennis-Profi. Sie wurde zwei Monate gesperrt. Tyler Hamilton: Für Blutdoping hatte der Radprofi eine schlüssige Erklärung: "Ich bin ein Mischwesen, die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." Der Rumänien-Kicker griff zu Kokain - mit gutem Grund: "Ich hatte den Wunsch, meine sexuellen Leistungen zu verbessern." Später wurde er ein weiteres Mal des Dopings überführt: "Das liegt an einem Abführmittel. Ich wusste nicht, dass es verbotene Substanzen enthält." "Jemand hat mir die Substanz in die Zahnpasta gemischt", erklärte der deutsche Leichtathlet, nachdem er 1999 positiv auf Nandrolon getestet wurde. Norwegens Langlauf-Olympiasiegerin wurde auf das Steroid Clostebol getestet. Nach Angeben des Verbands war eine Sonnencreme schuld, die von der siebenfachen Weltmeisterin zur Behandlung eines Sonnenbrandes auf der Lippe verwendet wurde. "Ich habe Caramel-Bonbons eingenommen, die ich aus Südamerika mitgenommen habe", erklärte der Rad-Profi den Kokain-Nachweis. (l.): "Meine Schwiegermutter hatte mir einen Tee zur Stärkung der Potenz empfohlen", meinte der Rad-Profi. Der französische Judoka hat nach eigenen Angaben nie gedopt - und trotzdem einen erhöhten Nadrolonwert. "Ich bin Moslem und halte mich strikt an die Regeln, die Drogen als Todsünde ansehen - also auch Doping." Argentiniens Kicker-Ikone und Weltmeister von 1986 wurde 1994 des Dopings mit Ephedrin überführt. "Ich habe nur ein Mittel gegen meine Erkältung genommen." Die Tennis-Ikone aus der Schweiz wurde mit Kokain erwischt und meinte: "Jemand hat es mir in den Fruchtsaft getan." Der Sprinter erklärte seinen erhöhten Nandrolonwert so: "Ich habe nicht gedopt, nur Avocados gegessen." "Irgendwer hat mir in der Disko zwei Pillen angedreht. Keine Ahnung, was da drin war, aber ich habe sie halt in meiner Dummheit geschluckt." Problem für den Ex-Radprofi: es waren Amphetamine!

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Nach dem koordinierten Zugriff der Aktion "Aderlass" standen die Verantwortlichen am Mittwoch Rede und Antwort. Für das Bundeskriminalamt Dieter Csefan und für die Innsbrucker Staatsanwaltschaft Hansjörg Mayr.

Festgenommen wurden fünf Athleten und zwei Dopinghelfer in Seefeld sowie zwei Drahtzieher im deutschen Erfurt.

Aus ermittlungstaktischen Gründen konnte das Duo nur wenig Neues bekannt geben. Der Zugriff erfolgte koordiniert mit der Staatsanwaltschaft München I, es wurde gezielt während der WM zugegriffen und ein Athlet auf frischer Tat ertappt.

In Deutschland wurde darüber hinaus ein ganzes Dopinglabor aufgefunden. Blutkonserven und eine Zentrifuge wurden sichergestellt.

Die Untersuchungen gehen auf die Aussagen des überführten österreichischen Dopingsünders Johannes Dürr zurück.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna am 27.02.2019 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Schämen

    Schade, daß durch solche schrägen Vögel andere Sportler automatisch ins schlechte Licht gerückt werden. Die Verantwortlichen, die dieses Doping- Zeugs verkauft haben gehören auf das Härteste bestraft. Und Sportler, die es nötig haben, sich zu dopen sind in meinen Augen schwache und verlogene Menschen.

  • Pat am 27.02.2019 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Auweh

    Ja wie immer beim Ski Langlauf! Trainierts mehr und fokussiert euch besser! Doping und dann komm ich erst nur auf Rang 6!

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  • Desert Eagle am 27.02.2019 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sie wollten halt

    auch einmal gewinnen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Sepp am 01.03.2019 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist der Hammer

    Wieder einmal ein Skandal, das ist die Konsequentes wenn man immer noch besser sein will. Dabei sind die Jungs gut drauf, nur Ärgerlich wirds dann wenn man den Sieg nicht den Anderen gönnen kann. DOMINIK als Vorbild für die Sulzberger Jugend,,, dazu noch bei der Polizei...... Wie geht es nun da weiter,, das ganze Umfeld ist verrufen,, Danke

  • Desert Eagle am 27.02.2019 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Sie wollten halt

    auch einmal gewinnen.

  • Anna am 27.02.2019 15:45 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Schämen

    Schade, daß durch solche schrägen Vögel andere Sportler automatisch ins schlechte Licht gerückt werden. Die Verantwortlichen, die dieses Doping- Zeugs verkauft haben gehören auf das Härteste bestraft. Und Sportler, die es nötig haben, sich zu dopen sind in meinen Augen schwache und verlogene Menschen.

  • Pat am 27.02.2019 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Auweh

    Ja wie immer beim Ski Langlauf! Trainierts mehr und fokussiert euch besser! Doping und dann komm ich erst nur auf Rang 6!

    • Mahlzeit am 27.02.2019 15:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Pat

      Ich dope mit Bomben! Schwedenbomben.

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