Der Rücktritt

18. Mai 2019 12:13; Akt: 19.05.2019 11:30 Print

Strache tritt als FPÖ-Chef und Vizekanzler zurück

Vizekanzler Heinz-Christian Strache zieht nach den schweren Vorwürfen und den Enthüllungsvideos Konsequenz: Er tritt von allen politischen Ämtern zurück.

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"Es war eine b'soffene G'schichte", resümiert Heinz-Christian Strache die am Freitagabend bekannt gewordenen Skandalvideos aus Ibiza. Er und Johann Gudenus seien gezielt in eine Falle gelockt worden. Unter erheblichem Alkoholeinfluss und auch weil er "die attraktive Gastgeberin" habe beeindrucken wollen, habe er sich zu den Skandal-Aussagen hinreißen lassen.

Gleichzeitig betonte der Vizekanzler, dass er niemals illegale Aktionen getätigt habe."Es gab und gibt bei mir keine rechtswidrigen Handlungen", so Strache. Er verlangt die Herausgabe des gesamten Videos.

Die Bilder der Pressekonferenz: Hier erklärt Strache seinen RücktrittAlle Bilder: Strache erklärt seinen Rücktritt

Strache entschuldigte sich bei seiner Ehefrau Philippa, die er "sehr enttäuscht" habe ("Ich hoffe du kannst mir verzeihen.") und Bundeskanzler Sebastian Kurz, über welchen er damals unangebrachte Kommentare fallen gelassen habe. Gerade letzteres war bislang durch die bisher veröffentlichten Ausschnitte der Videoaufnahmen noch nicht bekannt. Mittlerweile sind weitere Ausschnitte des Gesprächs aufgetaucht.

Norbert Hofer übernimmt

Strache sieht sich aber weiterhin in der Opferrolle: Das war ein gezieltes politisches Attentat", so der Vizekanzler. Und: Er wolle rechtliche Schritte in die Wege leiten. Nach einer Lobhymne auf die Arbeit der türkis-blauen Bundesregierung ließ Strache die Bombe platzen: Er wird von allen politischen Ämtern – Vizekanzler, FPÖ-Bundesparteiobmann und Obmann Freiheitlichen Landespartei Wien – zurücktreten. Sein Stellvertreter Norbert Hofer soll in den beiden Ämtern auf Bundesebene nachrücken.

Die gesamte Stellungnahme von Heinz-Christian Strache im Video:



Strache hat sich dafür ausgesprochen, die Koalition nicht sprengen zu wollen. Jetzt liegt der Ball bei Kanzler Kurz. Er muss erklären, wie es mit dieser Bundesregierung weitergeht. Eine öffentliche Erklärung des Bundeskanzlers wurde für 14 Uhr erwartet. Um 16 Uhr war noch immer keine Stellungnahme von Kurz erfolgt. "Heute.at" berichtet live.

Auch Johann Gudenus tritt zurück

"Ich möchte mein tiefstes Bedauern über die zwei Jahre zurückliegenden Vorkommnisse zum Ausdruck bringen. Zudem bedaure ich zutiefst, durch mein Verhalten das in mich gesetzte Vertrauen der Wähler, Funktionäre und Mitarbeiter enttäuscht zu haben", erklärte auch Johann Gudenus am Samstag. Auch er zieht Konsequenzen: "Hiermit gebe ich bekannt, dass ich meine Funktion als geschäftsführender Klubobmann sowie mein Nationalratsmandat zurücklegen werde. Ebenso trete ich hiermit von sämtlichen Funktionen in der Freiheitlichen Partei Österreichs zurück."

Zum Nachlesen:

>>> Das ist das geheime Strache-Video

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Baldi am 18.05.2019 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Fazit

    Es ist schon interessant, daß ausgerechnet vor den Wahlen immer wieder Videos und Berichte über einen Skandal auftauchen. Hoffentlich fallen die Bürger nicht auf diesen Schwachsinn herein . Ich persönlich wähle diese Rot/Grünen Weltverbesserer nicht mehr.

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  • Peter Lüdin am 18.05.2019 16:50 Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Falle gestellt und hinein getappt. Man muss eben rund um die Uhr vor Menschen, die einem Übles wollen, auf der Hut sein. Allerdings wird das insgesamt nach hinten los gehen. Die meisten Bürger können solche Aktionen mittlerweile ganz gut durchschauen, wer da wem ganz bewusst und mit voller Absicht schaden will.

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  • Igor L. am 18.05.2019 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auftraggeber ?

    Komisch, keiner fragt auch nur im Ansatz danach, wer und wie wohl diese Aufzeichnung beauftragt bzw. angefertigt hat ?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • ibindameinung am 15.06.2019 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    war beste Regierung

    Jetzt erst Recht -FPÖ

  • Wolfgang am 14.06.2019 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Ich finde Herr Kurz macht das prima, er hat in der kurzen Zeit schon mehr gemacht als so manche Partei die, die glaubten sowieso zu gewinnen. Ich hoffe ja nur er lässt sich nicht einlullen von den anderen Parteien und beschließt das Rauchverbot, den das ist das Sterben vieler kleinerer Gasthäuser, und das steigen der Arbeitslosigkeit. Nicht nur das er entmündigt das Volk.

  • CuricAmer am 10.06.2019 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuwahlen

    Eigentlich ist es egal wen man wählt, ändern tut sich sowieso nichts...

  • Marion am 29.05.2019 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Vorzugsstimmen

    Wie heißt es so schön : wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein

  • hari am 24.05.2019 04:48 Report Diesen Beitrag melden

    fürs Ausland arbeiten gehen

    den Bürgern kostet diese EU-Wahlwerbeveranstaltung Millionen von EURO für insgesamt 18 Personen, die das Miniland dann nach Brüssel schicken darf. Die Österreicher sind nur als Nettozahler gefragt, ansonsten nicht - dzt. exorbitante 3,1 Milliarden im Jahr und Nettoabgang um die 1, 7 Milliarden und im Land ist kein Geld für eine anständige STeuerreform, Plfegegeld/Pensionserhöhungen etc.