Spiele-Test

"Ghostbusters: Spirits Unleashed" geistert auf Switch

Nun darf endlich auch auf der Nintendo Switch auf Geisterjagd gegangen werden! "Ghostbusters: Spirits Unleashed" bietet ein Star-Aufgebot.

Rene Findenig
"Ghostbusters: Spirits Unleashed" geistert auf Switch
"Ghostbusters: Spirits Unleashed" spielt sich auch auf der Switch abwechslungsreich – und bringt alle Erweiterungen gleich mit.
IllFonic

"Ghostbusters: Spirits Unleashed" vom Multiplayer-erfahrenen Entwicklerstudio IllFonic geistert bereits seit einem Jahr über so gut wie alle Konsolen und den PC. Ihre Ecto-1-Ausrüstung anschmeißen dürfen die Spieler nun auch neu auf der Nintendo Switch, denn auch auf der Hybrid-Konsole heißt es nun: "Who ya gonna call?" Ausgerüstet mit Protonenrucksack, Geisterfalle und dem nützlichen P.K.E. Meter machen sich vier mutige Ghostbusters auf die Jagd nach einem bösartigen Geist, der öffentliche Orte terrorisiert. Während es bisher einige – und teils doch recht mäßige – Einzelspieler-Ghostbusters-Games gab, darf man jetzt im Multiplayer auf ganz große Geistergeschichten treffen.

Das Konzept des Spiels ist so einfach gehalten, wie es genial ist. "Ghostbusters: Spirits Unleashed" lässt vier Geisterjäger gegen einen gruseligen Geist antreten – wobei sowohl die Ghostbusters, als auch die verschiedenen Monster und Dämonen von menschlichen Spielern gesteuert werden. Das asymmetrische Online-Game ist damit so etwas wie ein umgekehrtes "Dead by Daylight", statt vom Monster gejagt zu werden, ist man hier als Ghostbuster selbst der Jäger. Aber auch hier gilt: Nur mit guter Zusammenarbeit kommt man zum Erfolg beziehungsweise der Geist in die Falle – Einzelgänger werden hier nicht gebraucht. Damit das gelingt, gibt es zu Beginn ein tolles Tutorial.

Ein Star-Aufgebot und ein kinoreifer Plot

Während das Tutorial knackig geraten und durchaus spannend statt langatmig ist, überrascht auch, wie stark der Multiplayer-Titel auf eine Story fokussiert. Und in dieser gibt es ein Star-Aufgebot, denn Dan Akroyd und Ernie Hudson schlüpfen in ihre legendären Rollen als Ray Stantz und Winston Zeddemore. Ohne zu spoilern, die Handlung stellt den Spielern außerdem jede Menge weitere neue und bekannte Ghostbusters-Figuren vor, hat mit Spielfortschritt aufwendig inszenierte Video-Sequenzen zu bieten und liefert einen Plot ab, der sich auch gut und gerne als spannender Kinofilm auf der Leinwand zeigen könnte.

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    "Ghostbusters: Spirits Unleashed" vom Multiplayer-erfahrenen Entwicklerstudio IllFonic ist endlich da. Ihre Ecto-1-Ausrüstung anschmeißen dürfen die Spieler nun auf PC...
    "Ghostbusters: Spirits Unleashed" vom Multiplayer-erfahrenen Entwicklerstudio IllFonic ist endlich da. Ihre Ecto-1-Ausrüstung anschmeißen dürfen die Spieler nun auf PC...
    Illfonic

    Hat man das Tutorial hinter sich, darf man sich in bisher zwei Haupt-Modi stürzen – in einem schlüpft man in die Rolle eines Ghostbusters, im anderen in die Rolle eines Geistes. Die Ziele sind jeweils andere: Als Ghostbuster-Team soll man jeweils verschiedene Schauplätze durchsuchen, den Geist aufspüren und fangen sowie die Dimensions-Risse schließen, durch die der Geist in die Welt der Ghostbusters eindringen konnte. Umgekehrt versucht man als Geist, eine vorgegebene Zeit den Fangversuchen der Ghostbusters zu widerstehen – entweder durch Verstecken oder durch wilde Verfolgungsjagden.

    Einfaches Spielprinzip sorgt für spannende Partien

    Der Geist hat natürlich keine Angst vor den Ghostbusters, denn er kann fliegen und zwischen den Rifts teleportieren. Wenn sie sich in Objekten verstecken, können sie an den Jägern vorbeischleichen und Passanten erschrecken. Sollte das nicht reichen, können Schleim und gespenstische Lakaien helfen. Es gibt die Wahl zwischen verschiedenen Geistern mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die dabei helfen, jede Location vollständig dem Spuk verfallen zu lassen. Als Geist bekommt man zudem weitere Chancen, den Jägern zu entkommen, denn durch eine Art Quick-Time-Event kann man entkommen.

    Außerdem fungieren die Rifts als Respawn-Punkte, damit Geisterjagden nicht schon nach wenigen Runden enden. Je gescheitertem Versuch bekommen Geister pro Rift einen weiteren Versuch, doch noch erfolgreich zu sein. Neben diesen Hauptaufgaben warten aber auch noch einige optionale Nebentätigkeiten auf die Spieler. So gilt es etwa, Materialien in der Spielwelt einzusammeln, um die Bevölkerung zu beruhigen oder die Charaktere hochzuleveln. Eine wichtige Rolle spielt dabei aber nicht nur die Zeit, sondern auch das Angstlevel der Bevölkerung, das sich nicht vollkommen füllen darf.

    Auch Ressourcen-Management kommt mit ins Spiel

    Das Grundprinzip ist einfach: Die Ghostbusters müssen alle Rifts schließen und den Geist dreimal fangen, bevor die Angst in der Bevölkerung zu groß wird. Gelingt dies, kommt es zum Showdown – einem allerletzten Fangversuch. Eine letzte Chance bekommen aber auch die Ghostbusters, sollte der Geist übermächtig sein – in einer knackigen Kurzrunde lässt sich das Ruder noch herumreißen, selbst wenn die Angst-Leiste bereits voll gefüllt ist. In den Runden gibt es aber nicht nur wilde Action, auch das Ressourcen-Management ist wichtig. Als Geist ist man da etwa auf jede Menge Ektoplasma angewiesen.

    Ektoplasma wird für so gut wie alles verbraucht – für das Herumfliegen, das Laufen, aber auch für das Nutzen von Fähigkeiten und das Heimsuchen von Objekten. Die entsprechende Plasma-Leiste füllt sich dabei automatisch in den Runden, schneller geht es aber, wenn man sich in Gegenständen versteckt. Vor jedem Gefecht (funktioniert per Crossplay über alle Plattformen hinweg) kann in der ikonischen Feuerwache das Design des Ghostbusters oder Geists gewählt werden. Heißt: Es gibt jede Menge freischaltbarer Geister und auch jede Menge kosmetische Items wie Kostüme freizuschalten.

    Super gelungene Grafik und viel Abwechslung

    Fähigkeiten und Ausrüstung können zudem upgegradet werden, außerdem kann auch etwas mit dem Partikelwerfer und seinen Modifikationen geübt werden. Winston Zeddemore, gesprochen von Ernie Hudson, verteilt dort Missionen und alte und neue Freunde wie Dan Aykroyds Ray Stantz geben Wissen aus "Ray’s Occult Books" weiter. KI-MItspieler können schlussendlich freie Spielplätze auffüllen oder man tritt gegen sie im Offline-Singleplayer an, in den meisten Modi werden dabei aber weder Erfahrungspunkte gesammelt, noch setzt sich die Story beim reinen Offline-Gamen fort.

    Super gelungen ist die Abwechslung und die Grafik. Es stehen die unterschiedlichsten Geister mit den verrücktesten Fähigkeiten zur Auswahl – und wie die Ghostbusters sehen sie einfach atemberaubend aus. Das geht bis ins kleinste Detail, Spieler dürfen sogar die Gesichtszüge und die Körperform sowie die Stimme der Geisterjäger verändern. Und mit jeder abgeschlossenen Runde schalten sich auch immer mehr Verbesserungen und Ausrüstungsgegenstände frei. Dann lässt es sich auch per Hightech mit einer Radar-Drohne oder Ektoplasma-erkennenden Brillen auf die Geisterjagd gehen.

    "Ghostbusters" zeigt, wie asymmetrischer Multiplayer sein muss

    All das darf man in liebevoll und detailreich gestalteten Schauplätzen erleben, die an die "Ghostbusters"-Comic-Serie ebenso wie an die Kinofilme angelehnt sind. Fünf solcher Orte bietet das Spiel bisher – eine kleine Auswahl, die allerdings auch auf Dauer spannend bleibt. Ganz ohne Macken ist das Game aber trotz aller toller Arbeit nicht. Und die finden sich vor allem, wenn es um die KI-gesteuerten Helferlein der Ghostbusters geht. Das Spiel versucht zwar, Runden-Wartezeiten zu verkürzen, indem freie Team-Plätze mit KI-Helfern besetzt werden, diese sind aber im Team eher ein Störfaktor als eine echte Hilfe.

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      Die neue Nintendo Switch in Schwarz-Weiß (ein rot-blaues Modell gibt es auch weiterhin, am Bild das Vorgängermodell) wagt zwar keine Design-Elemente und sieht bis auf die Farbgebung...
      Die neue Nintendo Switch in Schwarz-Weiß (ein rot-blaues Modell gibt es auch weiterhin, am Bild das Vorgängermodell) wagt zwar keine Design-Elemente und sieht bis auf die Farbgebung...
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      Soll ein Geist in eine Falle gezogen werden, erstarrt der KI-Helfer nicht selten komplett – oder sucht davor nicht einmal nach dem Geist. Wer die Chance hat, sollte jedenfalls die KI außen vor lassen und mit menschlichen Kollegen zocken. Dennoch ist beeindruckend, was die Entwickler Illfonic mit dem Game geschaffen haben. "Ghostbusters: Spirits Unleashed" ist eine Liebeserklärung an das Geisterjäger-Franchise und zeigt gleichzeitig vor, wie asymmetrischer Multiplayer wirklich funktionieren sollte. Nämlich mit packenden Geschichten, spannendem Gameplay und einer atemberaubenden Grafik.

      Anmerkungen zur Switch-Version der "Ghostbusters"

      Für die Switch bekommt das Game den Titel-Zusatz "Ecto Edition", die alle bisher erschienenen Erweiterungen sowie Extra-Storyinhalte, kosmetische Gegenstände, neue Geister und neue Karten enthält. Überraschend gut und präzise funktioniert die Steuerung mit den kleinen Joy-Con-Tasten und -Sticks. Bewegungs-Support für die Switch gibt es nicht, mit dem konnten wir uns in solchen Games bisher aber auch nicht anfreunden. Bereits zum Start überrascht zudem, wie viele Spieler sich in der Switch-Version des Games tummeln. Wir fanden sofort Anschluss und mussten nie auf fehlende Spieler für die Runden warten.

      Crossplay soll es auch für die Switch geben, in der Testversion vor dem Start war dieses allerdings noch nicht aktiviert. Die Performance des Spiels auf der Nintendo-Konsole ist übrigens gut. Die Grafik sieht fein aus und lässt nicht viele Details von den Konsolen-Versionen vermissen, zudem läuft das Spiel absolut flüssig und ohne Ruckler. Kleine Darstellungsprobleme gibt es nur in den Videosequenzen, in denen einige Figuren nicht ganz sauber dargestellt werden und über den Bildschirm "zittern". Multiplayer- und Ghostbusters-Fans kommen mit der "Ghostbusters: Spirits Unleashed - Ecto Edition" jedenfalls voll auf ihre Kosten.

      rfi
      Akt.