Kein Aufschlag, drei Punkte

0:6, 0:6 in 37 Minuten – Tennis-Dame wird Internet-Hit

Bei einem ITF-Turnier in Nairobi hat eine Ägypterin für Staunen gesorgt – leider aus falschen Gründen. Ihr Auftritt wurde zum Gesprächsthema im Netz.
Sport Heute
08.01.2026, 21:00
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Nach nur 37 Minuten war für Hajar Abdelkader schon wieder Schluss. Sie kassierte ein glattes 0:6, 0:6 und verbuchte dabei ganze 20 Doppelfehler. Die Ägypterin bekam eine Wildcard für das ITF-Turnier (das ist die dritthöchste Turnierserie im Profi-Damen-Tennis nach der WTA Tour und der WTA Challenger Series) und trat zum ersten Mal bei einem offiziell organisierten Tennis-Turnier an. Doch gegen die Deutsche Lorena Schaedel (WTA 1036) lief es für Abdelkader komplett schief. Im Internet verbreiteten sich Videos ihres Auftritts rasant.

Abdelkader hatte gegen ihre Gegnerin nicht den Hauch einer Chance. Es wirkte sogar so, als ob sie noch nie zuvor auf einem Tennisplatz gestanden wäre. Schaedel musste ihr mehrmals zeigen, wo sie überhaupt stehen soll. Die Aufschläge landeten oft weit im Aus, und auch beim Griff am Schläger sah man, dass sie blutige Anfängerin ist.

Rätselhafter Wildcard-Einsatz

Immerhin: Wegen eines Doppelfehlers von Schaedel konnte Abdelkader am Ende drei Punkte für sich verbuchen. Trotzdem fragen sich viele auf Social Media, wie es sein kann, dass eine so unerfahrene Spielerin überhaupt bei so einem Turnier antreten darf. Vor allem, weil beim Turnier in Nairobi sogar Spielerinnen aus den Top-400 dabei sind und insgesamt 30.000 Dollar Preisgeld ausgeschüttet werden.

Wie berichtet, wurde der Einsatz von Abdelkader erst möglich, weil eine kenianische Tennishoffnung kurzfristig abgesagt hat. Die Wildcard war eigentlich für eine einheimische Profispielerin gedacht, die sich jedoch entschied, lieber die Qualifikation zu spielen – mit der Hoffnung auf mehr ITF-Ranglistenpunkte.

297 Dollar Preisgeld

Abdelkader hatte sich selbst für die Wildcard beworben und rückte nach, als die Kenianerin absagte. Warum sie aber überhaupt als Ersatzspielerin angenommen wurde, bleibt unklar. Der ägyptische Tennisverband betont, dass Abdelkader bei ihnen nicht registriert ist und auch nicht auf der offiziellen Spielerliste steht. Auf die Vergabe der Wildcard in Nairobi habe man keinen Einfluss gehabt.

Trotz der deutlichen Niederlage darf sich Abdelkader immerhin über ein kleines Trostpflaster freuen: Sie bekommt für ihren Kurzauftritt 297 Dollar Preisgeld. Mit einem Sieg wären es nur 165 Dollar mehr gewesen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.01.2026, 21:00
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