Seit Schulbeginn sind an den heimischen Schulen Kopftücher für Schülerinnen unter 14 Jahren verboten. In der ersten Schulwoche kamen vielerorts Mädchen noch verhüllt zur Schule – oft auch, weil Infos fehlten.
Die neue Regelung regt vor allem in Wien auf, Widerstand kommt von linken Aktivisten. Sie orten Rassismus, riefen am Montag (14.9.) zu einer Protestaktion vor dem Bildungsministerium am Minoritenplatz in der Wiener Innenstadt auf. Der Andrang war enden wollend, nur eine Handvoll junger Leute fand sich bei leichtem Nieselregen am Minoritenplatz ein.
Für die Teilnehmer ist das neue Gesetz ein "rassistisches Verbot", die Kleinpartei "Links" ruft zum Boykott auf. "Wir solidarisieren uns mit den betroffenen Mädchen", so die Aktivisten. Das Gesetz treffe gezielt muslimische Mädchen und schreibe ihnen vor, was sie in der Schule tragen dürfen und was nicht.
Bei der Aktion vor dem Bildungsministerium soll es nicht bleiben. Die Aktivisten rufen zu weiteren Protesten gegen das Kopftuchverbot sowie zu einem Schulstreik am 9. Oktober 2026 auf.
Gerade weil gegen das neue Gesetz bereits verfassungsrechtliche Bedenken bestünden, dürften Lehrerinnen und Lehrer nicht zu "Vollstreckern" eines Gesetzes gemacht werden, "das muslimische Mädchen ausgrenze" und ihre religiöse Zugehörigkeit zum Problem mache. Gefordert werden bessere Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte, geschlechtssensible Pädagogik sowie einen Ausbau von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie.